236
Nordlicht.
ner Zeit, wenn die Sonne 60° unter dem Horizonte ist, keineweitern Schwierigkeiten darbietet, wenn man einmal das Vor-handenseyn solcher Eisblättchen in so grofsen Höhen als zuläs-sig annimmt. Hürscu 1 , Triewald 2 , Savioli 3 4 , Dobbi 1und andere sind Anhänger dieser Hypothese, an welche siclieine Aeufserung von Placidus Heinrich 5 reihen Iäfst, dafsnämlich der Nordschein phosphorisches Licht sey, welchesvon den grofsen Massen des Polareises ausgestofsen werde. In-zwischen ist die Phosphorescenz des Eises, sobald es sich umeine so bedeutende Menge Licht handelt, keineswegs duTchErfahrung bewiesen, wenn gleich Eoede Saahye 6 7 einst einStück Eis dem Nordlichte ähnlich leuchten sah, und aufserdemkönnte die Phosphorescenz nicht füglich anders als durch In-solation erzeugt werden, welche jedoch in den langen Winter-nächten der Polargegenden gerade zu derjenigen Zeit wegfällt,wenn die Nordlichter sich am zahlreichsten entzünden.
Halley stellte nacli der Beobachtung des grofsen Nord-lichts von 1716 eine Hypothese auf, welche in etwas veränder-ter Gestalt neuerdings von den bedeutendsten Physikern wiederhervorgehoben wird. Weil man nämlich die Wirkungen desMagnets aus einer in Wirbeln strömenden ätherischen Flüssig-
O D
keit erklärte und die Erde nach der Richtung der Magnetnadelsich als ein grofser Magnet zeigte, so nahm er an , dafs das ausden Polen strömende und unter dem Aerpiator hin den entgegen-gesetzten Polen zufliefsende magnetische Fluidum während die-ser seiner Bewegung in den niedern Höhen unter den polari-schen Zonen leuchte. Eine Unterstützung seiner Meinung fander in der westlichen Abweichung der Magnetnadel, welche mitder westlichen Richtung des gesehenen Nordlichtbogens zusam-menfiel L Schon früher hatte er zur Erklärung der Variation
der magnetischen Abweichung in langen Perioden die Meinungo o o o
geäufsert, dafs die Erde aus einer hohlen Kugel mit einer ein-
, geschlossenen massiven bestehe, welche beide sich in unglei-o • o