Band 
Siebenter Band. N - R.
Seite
274
JPEG-Download
 

274

Optik.

messen. Der eine von den Sockeln nämlich, worauf die bei-den genannten Stangen rulin, tragt einen Ring von 15 Millime-tern Durchmesser, dessen Ebene auf der Axe der Hauptstangelothrecht ist und dessen 35 Millim. hohes Centruin dem ausge-spannten Seidenfaden correspondirt. ln einem 2 Centimeter be-tragenden Abstande von diesem Ringe befindet sich eine diinnePlatte, ungefähr 20 Centimeter lang, mit einem runden Lochevon 20 Millimetern Durchmesser, dessen Centrum mit dem desRinges correspondirt. Sieht dann das zu prüfende Auge durchdiesen Ring und das Loch, wenn man es dem erstem nähert,gegen den weilsen Faden, so scheint derselbe in zu grofser Aällfidoppelt zu seyn ; indem die erscheinenden doppelten Fäden ei-nen Winkel bilden, dessen Spitze in der kleinsten Entfernungdes genauen Sehens liegt; von hier an ist er einfach, bis in gre-iserer Entfernung abermals die Spitze eines solchen Winkels ge-bildet wird, welche die gröfste Entfernung des deutlichen Sehensgiebt. Beide Abstände werden vermittelst der Schieber, wel-che auf der hölzernen Stange beweglich sind, und der auf dieHauptstange aufgetragenen Scale gemessen und geben hiernachden gröfsten und kleinsten Abstand der deutlichen Gesichts-weite. M.

O p t i k.

Optica, opiiee; Optique ; Optics.

Unter diesem Namen versteht man im weitern Sinne die ganze

O

Lehre von der Bestimmung des Weges der Lichtstrahlen, im engemSinne nur diejenigen Lehren, welche den geradlinigen Fortgangder Lichtstrahlen betreffen, wo dann Katoptrik und Dioptrik alsvon ihr verschiedene Theile der Lehre vom Lichte angesehn wer-den. ln diesem engem Sinne ist der Umfang der Optik sehr be-schränkt, da wir die Perspective, die Darstellung von Figurenund Körpern in einer Zeichnung, die in einer gegebnen Ebeneliegt, und die Photometrie, die Lehre von dem Grade der Er-leuchtung, davon absondern. Der ganze Inhalt der Optik kommtdann auf die Hauptgesetze, dafs das Licht sich nach geradenLinien ausbreitet, dafs die Erleuchtung sich umgekehrt wie dasQuadrat der Entfernung und wie der Sinus des Einfallswinkelsverhält, zurück. Die Lehre von der Grenze der Schattenund von den Bildern, die sich im dunkeln Zimmer durch Licht-