Perpetuum mobile. 417
besteht. Die erstere von diesen wird durch die erforderlicheHebung =0, die letztere dagegen würde ohne vorhandeneHindernisse der Bewegung ohne Aufhören fortwirten, und die-ses wird um so mehr der Fall seyn, je einfacher die nach die-sem Principe gebaute Maschine ist, weil die Menge der an-gewandten Maschinentheile im Allgemeinen die Hindernisse derBewegung im directen Verhältnisse vermehrt. Hiernach kämeman jedoch auf die einfachen Vorrichtungen , z. B. ein schwin-gendes Pendel oder einen oscillirenden Waagebalken u. s. w.,zurück, welche allerdings ohne alle Hindernisse der Bewegungunaufhörlich sich zu bewegen fortfahren würden, dennoch aberist es gewifs niemanden in den Sinn gekommen, sie zur Con—struction eines perpetuum mobile mechanicum zu benutzen,weil von einer gänzlichen Entfernung jener Hindernisse keineRede seyn kann. %
Nach diesen Betrachtungen, aus denen die Unmöglichkeitder Construction eines perpetuum mobile mechanicum unwider-sprechlich hervorgeht, wird es überflüssig seyn, die vielenVersuche zur Lösung dieses Problems einzeln zu untersuchen,vielmehr scheint es mir zweckmäfsiger, Folgendes im Allge-meinen hierüber zu bemerken. Die gesammten bekannt gewor-denen Mechanismen kommen darauf hinaus, durch den Fall ei-nes gegebenen Gewichtes ein anderes zu heben und den dabeiunvermeidlichen Verlust durch Benutzung der mechanischenMittel, namentlich des Hebels und der geneigten Ebene, zu er-setzen ; denn obgleich mitunter auch die Elasticität gespannterFedern hierbei in Anwendung gebracht wurde, so geschah die-ses doch nur von denen, die mit den Gesetzen der Natur all-zuwenig vertraut waren. Kein Körper ist nämlich in der Artvollkommen elastisch, dafs seine Rückwirkung gröfser oder auchnur gleich grofs seyn könnte, als die ihn zusammendrückendeKraft, indem es allgemein bekannt ist, dafs eine vollkommenelastische Kugel nach dem Falle eben so hoch steigen müfste,als sie herabgefallen ist, und also bei gänzlicher Abwesenheitder Hindernisse ihrer Bewegung unmittelbar ein perpetuum mo-bile geben würde 1 , ln wiefern die Anwendung der geneigtenEbene, die man mitunter für herabfallende Kugeln zu benutzengesucht hat, durchaus zwecklos ist, bedarf keiner weitern Er-
1 Vergl. Elasticität Bd. III. S. 177.Bd. VII.
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