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Siebenter Band. N - R.
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Perspective.

im Spiegel einzutragen , die das Auge in seinem angenommenenStandpuncte wirklich im Spiegel sehn würde; gleichwohl istin vielen Fällen auch dieses gar nicht schwierig. Ist die Spie-gelfläche horizontal, z. ß. eine Wasserfläche, so liegen alleBilder im Spiegel mit ihrem Urbilde in einerlei Verticallinie undebenso tief unter der Spiegelfläche, als das Urbild darüber liegt;man hat also nur nöthig, diesen Tunet .der Verticallinie gehörigaufzutragen. Steht der Spiegel vertical, so mufs man sich allein der Zeichnung dargestellte Gegenstände in ihrem richtigenOrte hinter dem Spiegel noch einmal vorstellen und diese Spie-gelbilder, als ob es wirkliche Gegenstände'wären, in die Zeich-nung eintragen ; sofern diese in dem Raume des in der Zeich-nung dargestellten Spiegels Platz finden, nimmt man sie wirk-lich auf, und hat so im Bilde die richtigen Gegenstände, diedas Auge im Spiegel sieht, als abgespiegelt dargestellt. Fürgeneigt stehende Spiegel sind die Regeln zwar nicht mit sowenigen Worten auszusprechen, beruhn aber auf gleichenUeberlegungen. .

Geschichte der Perspective.

Nach der Erzählung des Vitruvius hat schon AgatharchuszurZeit des Aesciiylus zum Behuf der Decorationen für theatra-lische Darstellung Regeln perspectivischer Zeichnungen angegeben,die so genügend waren, dafs man die Gegenstände als näheroder entfernter zu sehn glaubte, obgleich sie alle auf einerEbene dargestellt waren. Demockitus und Anaxagoras sol-len über diesen Gegenstand geschrieben haben. Vitruvius ,der dieses erzählt, spricht von dem, was die Darstellung inAbbildung en leisten soll, nur sehr kurz, doch scheinen seineAndeutungen auf richtige Begriffe gegründet zu seyn, so dafsman wohl annehmen darf, dafs bei den Alten schon einigeKenntnifs perspectivischer Zeichnungsregeln statt fand *. AuchEukliij’s Optik enthält mehrere zur Perspective gehörige Lehr-sätze. Ptolemaeus hat bei der Entwerfung der Kugelfläche itistereographischer Projection Regeln der Perspective befolgt. Inder spätem Zeit tritt die Perspective erst um das Jahr 1500 wie-

1 M, ViTRDyii Polliomis de architectura libri decetn; in} 2tenCap. des ersten Buchs und in der Einleitung des 7ten Buchs. Ueberdie Auslegung dieser Stelle s, Laubert’s freie Perspective S. 10.