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P h o r o n o in i e.
wieder zu Metallen reducirt werden, dafs sie aus derselben , alseinem an Phlogiston sehr reichen Körper, das Verlorne wiederin sich aufnähmen. Der Schwefel wurde als eine Verbindungvon Schwefelsäure und Phlogiston angesehn, weiche bei Ver-lust eines Theils des Phlogistons in schwefelige Säure und beivölliger Dephlogistisirung in Schwefelsäure übergehe.
Die Unmöglichkeit, diese hypothetische Materie für sich dar-zustellen, veranlafste verschiedene Hypothesen über deren We-sen ; bald sollte das Phlogiston eine Verbindung von Feuer miteiner zarten Erde seyn, bald wurde es für gebundenen Licht-stofF erklärt, bald hielt man Kohle und brennbare Luft für dasfast reine Phlogiston. Als man sich gegen das Ende des vori-gen Jahrhunderts überzeugte, dafs die Körper beim Verbrennen,wiewohl sie Phlogiston verlieren sollten, an Gewicht nicht ab-,sondern zunähmen, dafs das Verbrennen nur in der Luft oder inBerührung mit Salpeter erfolge, als Priestley und Scheeledas Sauerstoffgas entdeckten und zeigten, dafs dieses der beimVerbrennen der Körper thätige Bestandtheil der Luft sey, undals endlich Lavoisier durch genaue Messungen und Wägungenzeigte, dafs die Körper beim Verbrennen gerade so viel an Gewichtzunehmen, als dabei SauerstofFgas verschwindet, so wurde dieLehre vom Phlogiston, nachdem man vergeblich versucht hatte,sie durch mannigfache Abänderungen mit den neuern Erfahrun-gen in Einklang zu bringen, von der noch jetzt geltenden anti-phlogistischen, Lehre verdrängt und überall, wo man sonst an-nahm , dafs ein Körper Phlogiston verliere oder aufnehme,nimmt man jetzt umgekehrt an, dafs er SauerstofF aufnehmeoder verliere, so dafs der SauerstofF als das Entgegengesetztevom Phlogiston angesehn werden kann *. G.
Plioronoinie,
Phoronomia ; Phoronomie; ist ein neulateinisches,vom griechischen Worte qt tpfiv, tragen, bringen, fortschaffen,abgeleitetes Wort und bezeichnet soviel als Bewegungslehre. In
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dieser Bedeutung ist es vorzüglich durch den Geometer JacobHermank 1 2 aus Basel gebraucht und dadurch bekannt gewor-
1 Vergl. Verbrennung.
2 Phoronomia, seu de viribus et motibus corporum solidorum etliquidortim Libb. II, Amstel. 1716. 4.