Band 
Siebenter Band. N - R.
Seite
821
JPEG-Download
 

821

In nicht krystallisirten Körpern.

Farben mit jenen Eckfeldern zeigte, «nd legte es, mit 45° ge-gen die Polarisations-Ebene geneigtem Hauptschnitte, auf diePlatte, so gingen zwei Eckfelder in Schwarz über, wie es beigekreuzten Axen gleich wirkender Blättchen der Fall ist, diebeiden andern Eckfelder aber gingen zu Farben entfernterer Rin-ge (zu hohem Ordnungen) über, wie es bei parallelen Axen desGypsblättchens und der Glasplatte seyn mufste. Eben darumsteigen in den quadratischen Platten, wenn sie einander deckendaufeinander liegen, die Farben zu höhern Ordnungen, je mehrihrer sind, dagegen steigen sie herab, wenn sie wie AB, CDFig.aufeinander liegen. Da dieses die gewöhnlichste Art ist, die^^‘Seebeck’schen Figuren zu zeigen, so will ich zu dem, was ichin nr. 98. erwähnt habe, noch hinzusetzen, dafs zwar, wenngleiche quadratische Glaser sich deckend auf einander liegen,desto mehrere Farbenringe die gegen die Ecken hin liegendenMittelpuncte umgeben und desto mehr die Farben höherer Ord-nung diese Mittelpuncte einnehmen, dafs dagegen, wenn dieGläser sich so, wie in der Zeichnung dargestellt ist, bedecken,die Farben in den Ecken G, H herabgehn oder auch wohl ganzin Weifs übergehn.

106. Bkewster schlofs anfangs aus diesen Versuchen,dafs das Glas eine Krystallisation annehme, wo die Krystalleeine ihrer Axen in die Richtung des "Wärmestroms, durch dendiese Structur hervorgebracht wurde, wenden. Bei schnell nachallen Richtungen gekühlten Gläsern müfsten daher, schlofs er,die Axen der Krystalle in Fi senkrecht auf AD, in J dagegenmit AJ zusammenstimmend liegen. Flierdurch wird das schwar-ze Kreuz in den quadratischen Platten, wenn AD parallel odersenkrecht auf die Ebene der primitiven Polarisation ist, erklärt,indem für EF, LK keine Depolarisirung statt findet, da indiesen Linien die Axen mit der Polarisations - Ebene zusam-menfallen oder darauf senkrecht sind. Aber in einer spätemAbhandlung bemerkt Bhewsteh selbst 1 , dafs diese Erklärungnicht ausreiche. Er sucht diese Veränderungen nun mit derVoraussetzung, dafs unter gewissen Umständen nur eine Axe,welche auf die doppelte Brechung wirkt, vorhanden sey, inandern Fällen zwei Axen , in Verbindung zu bringen; aber dieseUntersuchungen hier mitzutheilen würde zu weit führen, und

1 Edinb. Ph. Tr. Vol. VIH. 367.

Vit. Bd. G""

O O