Band 
Siebenter Band. N - R.
Seite
822
JPEG-Download
 

822

Polarisation des Lichts.

i

so scharfsinnig sie entwickelt sind, so möchten sie doch wchlnoch einer neuen Prüfung sehr bedürfen.

Andere Versuche, die Brewstek über Gläser mit einemfeinen Itisse (wo der getrennte Theil seine eigenen Farbenli-nien annahm, so lange der Rifs kenntlich blieb, aber sich, alsob es nur ein ungetheiltes Glas wäre, an den übrigen Theilanschlofs, wenn der Rifs sich durch die Wärme schlofs), übererhitzten Flufsspath und andere nur bei Erhitzung Farben zei-gende Krystalle anstellte , mufs ich übergehn.

107- Eine zweite Reihe von Versuchen hat Brewsterüber die Ertheilung dieser Eigenschaften durch blofs mechani-sche Verdichtung und Ausdehnung angestelll h

Wenn man ein Glas zwischen Schrauben prefst, so zeigtes ähnliche Veränderungen. Ist nämlich die Richtung desDrucks 45° geneigt gegen die erste Polarisations - Ebene, sozeigt sich eine Depolarisirung des Lichts, indem einWeifs oderselbst ein Orange der ersten Ordnung hervorgeht. Nimmt maneinen langen Glasstreifen und beugt ihn mit der Hand, so zei-gen sich an der convexen, also durch Ausdehnung veränder-ten Seite und ebenso an der concaven, durch Zusammenpres-sung veränderten Seite Farbenstreifen , die durch eine schwarzeMittellinie geschieden sind. Bei Anwendung einer etwas stär-kern Kraft können sich drei bis vier Farben - Ordnungen ent-wickeln, ja selbst noch mehrere, und diese gehn an beidenSeiten auf die bekannte Weise vom Schwarz aus. Die schwarzeLinie zeigt die Gegend, wo keine Aenderung des Glases stattfindet, und die Farben, welche in den übrigen Theilen desGlases hervorgehn, entsprechen dem Grade der Verdichtungoder Ausdehnung der Glastheile; die den Farben entsprechen-den Zahlen sind dem Abstande von der schwarzen Linie pro-portional. Die Lage der Farbenstreifen in einem 6 Zoll lan-Fig. gen , 1 y Zoll breiten und Zoll dicken Glase stellt die Zeich-nung dar. Hier sieht man also, in welcher Anordnung diegleicher Spannung ausgesetzten Theile liegen oder wenigstensin welcher Anordnung die eine gleiche Wirkung auf das Lichtausübenden Theilchen sich befinden. Die Wirkung der aus-gedehnten Theile des Glases ist den positiven Krystallen, dieder zusammengeprefsten Theile ist den negativen Krystallen

1 Tliil. Tr. 1816. 156.