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Siebenter Band. N - R.
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In nicht krystallisirten Körpern. 825

hervorgebrachte Wirkung sich mit der Gestalt des angewandtenStücks auf ähnliche Art änderte, wie es vom Glase bekanntwar. Die Wirkung einer Krystallplatte, die einem Drucke un-terworfen ist, ist dieselbe, wie sie hervorgehn würde, wenneine nicht durch Druck veränderte Krystallplatte combinirtwürde mit einer Platte, in der einzig durch Druck erst dieEinwirkungen auf die Polarisation hervorgerufen werden. Da-her müssen , weil die Compression der Wirkung negativer Kry-stalle entspricht, die Farben in den Farben - Ordnungen auf-steigen, wenn ein Doppelspath, überhaupt ein zu der nega-tiven Classe gehöriger Krystall, senkrecht auf die Axe compri-mirt wird, und dieses zeigte sich in dem erwähnten Versuchean der Ellipticität der Ringe, die ihre kurze Axe in der Rich-tung der Zusammendrückung hatten ; in gleichem Abstande vonder Mitte zeigten sich Farben höherer Ordnungen in der Rich-tung der drückenden Kräfte 1 .

Biot giebt ein Mittel an, auch bei Krystallplatten, die mitder Axe doppelter Brechung parallel geschnitten sind, die Wir-kungen des Druckes wahrzunehmen 2 . Man mufs den polari-sirten Strahl, ehe er die durch fortwährenden Druck veränderteKrystallplatte erreicht, durch eine andere Krystallplatte gehnlassen, deren Wirkung von eben der Natur und deren Axesenkrecht gegen die Axe jener ist. Da diese beiden mit derAxe parallel geschnittenen Platten dann so wirken, wie einePlatte, deren Dicke nur der Differenz jener gleich ist, so zei-gen sich leicht die Farben, und es läfst sich dann auch dieWirkung des zu— oder abnehmenden Drucks, sobald dieseWirkung von gleicher Ordnung ist mit derjenigen polarisiren-den Wirkung, die der Differenz der Dicken angemessen ist,wahrnehmen.

110. Zu diesen Veränderungen fester Körper, welche eineWirkung auf den polarisirten Lichtstrahl bewirken, gehört auchnoch die Vibration , in welche ein Glasstreifen bei der Erre-gung von Längentönen versetzt wird. Biot und Savart ha-ben hierüber einen Versuch angestellt, indem sie den polari-sirten Strahl durch ein keine Depolarisirung bewirkendes Glasgehn liefsen und nun die Erscheinungen im zweiten Spiegel

1 Edinb. Ph. Tr. Vol. VIII. 282.

2. Ami. de Ch. et Ph. III. 386.