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Polarisation des Lichts.
beobachteten. Da dieser sich in der Querstellung befand, sowarf er kein Licht zurück, aber wenn das Glas in Längen-schwingungen gesetzt wurde, so gab der Spiegel, wie einenLichtblitz, das einfallende Licht zurück. Um dieses deutli-cher zu sehn, mufste der Lichtstrahl den Glasstreifen nichtnach der Dicke, sondern nach der Breite durchlaufen *.
111, Aber nicht blofs feste Körper, sondern selbst wei-che werden durch Druck fähig, das Licht zu depolarisiren.Auch hierüber hat Bkewstek Versuche und, so viel mir be-kannt, die frühesten Versuche angestellt 1 2 . Gallerte aus Ivalbs-füfsen oder auch Hausenblase zwischen Glasplatten zusammen-gedrückt zeigt eben solche Farben, wie die äufsern Farben-streifen des die Depolarisirung bewirkenden Glases. Läfst manden Druck aufhören, so begegnen sich zwei schwarze Streifenin der Mitte, und wenn man dann die Glaser zu trennen suchtund dadurch die daran haftende Masse ausdehnt, so gehn neueFarben hervor. Läfst man Gallerte an der Luft erhärten, soerlangt sie von selbst ungleiche Dichtigkeit und wirkt da-durch auf das polarisirte Licht auf ähnliche Art, wie es durchZusammenpressung geschieht. Läfst man halb erhärtete Gal-lerte unter fortwährendem Drucke ganz erhärten, so behält siedie durch den Druck erlangten Eigenschaften fortwährend.Dünne Schichten von Leim , die an zwei Gläsern erhärtet wa-ren, während der mittlere Theil noch weich erhalten worden,wurden durch eine die Gläser auseinander ziehende Kraft aus-gedehnt, und so zeigte eine Schicht von Zoll Dicke einRoth der fünften Ordnung.
Marx hat eine Gallerte, die hierzu tauglich ist, aus demSchenkelknochen eines Ochsen, den er mehrere Monate inverdünnter Salzsäure liegen liels, bereitet. So entstand eineblätterige Gallerte, deren Lamellen in polarisirtem Lichte dieschönsten Farben zeigten. Auch die trocken gewordenen Blätt-chen zeigten, mit Cassia-Oel getränkt, sehr schöne Farben 3 .Hierher gehören auch Brewsteu’s Untersuchungen über dieoptischen Eigenschaften, welche eine zwischen zwei Gläserngeprefste Mischung von Wachs und Harz erlangt, woran er
1 G. LXV. 26.
2 Ph. Tr. 1815. 60. 1816. 172.
3 Kaatner’s Archiv. VIII. 385.