860
Polarisation des Lichts.
wir können daher hier die Folgerung ziehn, dafs hei Zurück-werfungen von Metall unter dem Polarisationswinkel die Ver-zögerung der einen Vibration einer Undulation betragen mufs,weil bei zwei Reflexionen die Polarisation wieder geradlinigist. Brewster’s Beobachtung bestimmt für die von ihm un-tersuchten Metalle den Winkel a, der zum Beispiel, wie obenangeführt worden, für Silber 39° 48’, für Stahl 17° ist.
138. Wenn der Einfallswinkel ein anderer ist, so wirderst nach mehrmaligen Reflexionen unter immer gleichem Win-kel die geradlinige Polarisation hergestellt, und hier ist, wenn
n die Anzahl dieser Reflexionen bezeichnet, Sin.
2 n n 8
= 0 .
Nach Brewster’s Bestimmung ist hiern allezeit gröfser als 2,'es mag der Einfallswinkel == J gröfser, als der Polarisations-winkel, oder = J' kleiner als der Polarisationswinkel seyn.Aber eben diese Beobachtungen zeigen , dafs bei Winkeln Jdie Lage der Polarisations-Ebene immer negativ, nämlich ander andern Seite der Reflexions-Ebene ist, bei Winkeln J' da-gegen negativ, wenn n eine gerade Zahl, positiv, wenn n eine
2 7 T XI Ö
ungerade Zahl ist. Da nun im Allgemeinen Cos.---=+^1
p«
und Tang.a = jh — seyn könnte, so müssen wir für die Win-kel J, wo der Strahl weiter vom Perpendikel entfernt, als bei
2
dem Polarisationswinkel, auffällt, —-— = n (2 m -{- 1) setzen,
oder, weil für n = 2 m = 0 angenommen werden konnte,
d = ^. Für Winkel 3' dagegen ist d* =^1— “)<£"> wo “
durch der Wechsel der Zeichen des Cosinus richtig her-vorgeht. '■
Kennt man also zwei Winkel J und 3', welche eine glei-che Anzahl Reflexionen fordern, um die geradlinige Polarisa-tion herzustellen, so ist die Summe der beiden Verzögerun-ö -I— (J 7
gen der Undulation = —^— = i ,, eine halbe Undulation,
also betragen die Phasen, welche der Verzögerung in beidenFällen entsprechen, zusammen 180°. Beim Stahl zum Bei-spiel sind 5 Reflexionen nöthig, damit die Polarisation wieder