Band 
Siebenter Band. N - R.
Seite
877
JPEG-Download
 

Porosität.

877

per, namentlich bei allen aus dem Thier- und Pflanzenreicheunmittelbar entnommenen, die nicht eigentlich flüssig sind, zei-gen stark vergröfsernde Mikroskope eine zahllose Menge vonPoren, durch welche der zu ihrer Ernährung nothwendi^eKreislauf der Säfte bedingt wird. Malpigiii 1 , Leeitwexhoek 2 ,Adams 3 und andere haben früher die aufserordentlich erofseMenge der Poren namentlich in Pflanzentheilen und thierischenHäuten nachgewiesen. Die menschliche Haut z. 15. zeigt de-ren mehr als 1000 im Raume von einem Quadratzolle, und,sofern man nach den Messungen annimmt, dafs ihr Flächen-inhalt, wenn man sie nach allen ihren Theilen ausgebreitetdenkt, 15 Quadratfufs oder 2100 Quadratzoll beträgt, enthieltesie hiernach ‘i'lOOOOO Poren. In den neuesten Zeiten sind dieMikroskope bedeutend verbessert worden , und man hat daher nochungleich feinere und zahlreichere Poren in Körpern aus demThier- und Pflanzenreiche wahrgenommen, als jene älternNaturforscher auffinden konnten.

Diese, wenn man so sagen darf, gröbere und auffallen-dere Porosität der Körper pflegt man in den physikalischenVorträgen durch einige Experimente anschaulich zu machen,denn ein eigentlicher Beweis oder ein beweisender Versuchkann da nicht verlangt werden, wo die Sache selbst schondurch den Augenschein ohne und mit Anwendung von Ver-gröfserungen sichtbar wird. Hierher gehört der sogenannteQuecksilber - Regen. Eine Campane von mittlerer Gröfse miteinem etwas verlängerten Halse wird oben mit einer Fassungversehn, in welche ein nach den Längenfiebern geschnittenerCylinder von Holz, am besten von Buchen-, Nufsbaum- oderauch Mahagoni - Holz, eingekittet ist. Die Höhe des Cylindersdarf nicht wohl unter 0,5 Zoll betragen, wenn der Versucheinige Beweiskraft haben soll, man kann ihn aber füglich 1 Z.,1,5 Z. oder selbst 2 Zoll hoch nehmen, ohne das Mifslingendes Versuchs zu befürchten ; denn die genannten Hölzer sindso porös für das Quecksilber, dafs man sie mit Vorsicht zuGefäl'sen, z. B. bei Barometern, anwenden mufs, in denendieses Metall nur bis zur Höhe von wenigen Zollen enthalten

1 Anatome plantarum. Lond. 1676. fol. Tab. V. u. Vf.

2 Epist. 29. Contin. HI. Epist. 74. Cont. V. Epist. 88.

8 Micrographia illustrata. Tab. XLV11I. bis LI.