Porosität.
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Summe beider gleich ist. Wenn man z. B. zwei Theile Wassermit einem Theile Weingeist vereinigt, so ist das Volumen umetwa 0,03 kleiner als die Summe beider; etwas Aehnlichesfindet statt, wenn man Wasser und Sauren, oder aufgelöseteAlkalien und Salze mit Säuren vereinigt, aus welchen Versu-chen bereits IIooke , JIawksbee 1 , Reaumuk 2 und andereeine Vertreibung der einen Flüssigkeit in die Poren einer an-dern folgerten.
Eine grofse Menge von Erscheinungen, die den eben mit-getheilten sehr ähnlich sind, bringt man gleichfalls auf die An-nahme vorhandener Toren in solchen Körpern zurück , in de-nen man diese weder mit unbewaffnetem, noch mit bewaffne-tem Auge wahrnehmen kann. Hierher gehört das Eindringendes bei gelinder Hitze schmelzenden Spiefsglanzes in erhitztesSilber nach IIomberg’s Versuchen 3 , das bekannte Eindringendes Quecksilbers in Gold, Silber, Zinn, ßlei u. s. w., das Ein-dringen des Wassers in den Hydrophan , des geschmolzenenWachses in den Pyrophan, das Färben des Marmors durchharzige Auflösungen und andere mehr. Es läfst sich wohlnicht verkennen , dafs alle diese Phänomene aus einem Ein-dringen der genannten Substanzen in die Zwischenräume derKörper zu erklären sind und man diesemnach letztere ins-gesammt für porös halten müsse. Ungleich weniger leicht kanndieses gefolgert werden, wenn Körper durch Flüssigkeiten, alsSalze durch Wasser, Harze durch Weingeist, Metalle durchSäuren aufgelöst werden. Auch hierbei sagt man allerdings,die Flüssigkeiten miifsten in die Poren der festen Körper ein-dringen, weil sie sonst keine Theile von ihnen losreifsen könn-ten , und übereinstimmend mit dieser Erklärung ist es aller-dings, dafs die stark polirten Metalle, auf deren glänzenderOberfläche also die Zwischenräume erfüllt sind, weniger leichtvon Säuren angegriffen ■ werden, denen sie das Eindringennicht auf gleiche Weise verstatten. Allein man könnte auchannehmen, dafs solche auflösende "Mittel blofs die von ihnenberührten Theile der Oberfläche durch überwiegende Anzie-liung mit sich vereinigten und dadurch von ihrer Masse los-
1 Physico -mechanical Exper. App. Exp. 13.
2 Histoire de l’Acad. 1733. p. 25.
3 Hist, do l’Acad. 1713. p. 409.