936
Prisma.
die ungleiche Brechung diesen Unterschied, und KP giebt eineben solches Farbenbild, wie CD. So geht also in diesem Falleein zweites, matteres, aber sonst dem ersten an Divergenz derStrahlen gleiches Farbenbild hervor, dagegen bei ungleichenWinkeln des Prisma’s die Divergenz verschieden ausfallen wird,Fig. wie sich durch die Zeichnung der mittleren Strahlen AB CF KP142. un d der äufsersten farbigen , die von B an in y c und ä d oderin fqp, xk, n p zerstreut werden , noch genauer darstellen läfst.
Fallen Zu gleicher Zeit parallele Sonnenstrahlen auf zweiSeiten des Prisma’s, wie es im offenen Sonnenlichte der FallFig.ist, so verdoppelt sich die Anzahl dieser Bilder. Dann ist dereinfallende Strahl G F mit A ß parallel, und der erste nach T Jzurückgeworfene Strahl fällt beim gleichseitigen Prisma mitdem ersten farbigen Strahle CD parallel, wenn die Brechungdes durch das Prisma gehenden Strahls am kleinsten ist, als-dann nämlich ist ABN = 60° — GFN = DCM, und daMFJ = GFN, so sind CD, FJ parallel.
An die Betrachtung dieser durch Zuriickwerfung entste-henden Bilder knüpfen sich noch zwei Versuche, die man mitdem Prisma anstellen kann. Der erste zeigt, wenn man dasFig.Prisma so dreht, dafs in C gerade die Totalreflexion zu ent-stehn anfängt, dafs dann die violetten und blauen Strahleneher, als die übrigen, in das durch Zurückwerfung entstehendeBild bei G übergehn, weshalb dann dieses Bild ein bläulichesWeifs zeigt, das in sehr helles Weifs übergeht, sobald end-lich auch die gelben und rothen Strahlen die gänzliche Zu-rückwerfung erleiden.
Ein zweiter Versuch betriff den Farbenrand, der sich,wenn man Gegenstände durch das Prisma betrachtet, an derGrenze der durch Refraction sichtbaren Gegenstände zeigt. Legtman nämlich ein Prisma so vor sich hin, dafs die Kanten un-gefähr senkrecht auf die Richtung sind, nach welcher zu manseinen Blick richtet, und läfst man durch ein offenes Fensterdas Licht des hellen Himmels, am liebsten weifser Wolken,damit die Farbe keine Störung mache, auffallen, so wird manbei etwas höherer oder tieferer Stellung des Auges leicht dieGrenze der totalen Reflexion gewahr, die durch einen blauenBogen bezeichnet ist 1 . Dieser Bogen wendet seine violette
1 Nbwtobi Optice.Lib.I. Pars. II. Exper. 16. Phil. Transact. 1809.266.