Oertlichkeit derselben. 1047
Beweises oder specieller Belege bedarf. Dabei bat man es amauffallendsten gefunden, dafs einige Quellen sieh in so be-trächtlicher Höhe und, wie man zu sagen pflegt, sogar aufden Gipfeln der Berge befinden, woraus man ein gewichtigesArgument gegen die durch Mariotte aufgestellte Theorie her-nehmen wollte. Derham 1 führt eine Quelle bei Upminsterals Beispiel an, die nicht mehr als etwa 100 F. über der Mee-resfläche ihr reichliches Wasser aus einem ungefähr 16 F. hö-hern Hügel erhalten müsse. Am bekanntesten in dieser Hin-sicht ist der Hexenbrunnen, eine reiche Quelle anscheinendauf der Spitze des Brockens, welches jedoch nach genauererMessung 18 F. unter dem Gipfel der flach gewölbten Kuppedieses Bergs liegt. Merkwürdig ist es allerdings, dafs eine sowenig tief mündende Quelle aus einem nicht einmal bewalde-ten Berggipfel entspringt, perennirend fliefst und täglich 1440Kub. Fufs Wasser liefert 2 ; allein wenn man den Halbmesserder Fläche, die sich oberhalb derselben befindet, nur zu 500F. annimmt und die Menge des jährlich darauf fallenden hy—drometeorischen Wassers 2 Fufs hoch schätzt, dabei voraus-setzt, dafs der aus Granitsand bestehende Boden alles diesesbis auf den darunter gelagerten Granit herabsinken läfst, sokönnte die Quelle täglich über 4000 Kub. F. liefern. Das Auf-fallende des Phänomens verschwindet jedoch vollständig, wennman berücksichtigt, wie früh im Jahre dort Schnee fällt undwie lange er sich erhält, wenn man ferner in Anschlag bringt,dafs eben diese Kuppe fast beständig in Nebel gehüllt undvon Wolken umlagert ist, deren Dünste die oben wachsendenMoose und Kräuter bis zur Ansammlung in starke Tropfen be-netzen. Kein Wunder also, dafs diese Quelle perennirendund meistens mit gleicher Stärke fliefst, so dafs es heifst, sieversiege niemals; allein dieses geschieht zwar selten, aber dochzuweilen, wie namentlich im Sommer 1786 der Fall war 3 .Auf gleiche Weise lassen sich auch die sonstigen hoch lie-genden Quellen leicht erklären.
Eine grofse Menge von Quellen ergiefsen ihr Wasser nach
1 Physicotheol. L. H. cap. 5.
2 Otto System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens.Berl. 1800. S. 72.
3 Makgouiut Voyage en Hannovre. Par. 1805. p. 479.
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