Band 
Siebenter Band. N - R.
Seite
1050
JPEG-Download
 

1050

Quelle.

dringenden Wassers unterscheiden. Solche Quellen sind rei-cher oder ärmer, steigen meistens nur bis zu einigen Fufs indie Höhe, liegen an nahen Orten meistens in gleicher Tiefe,in der Nähe vön Urgebirgsarten aber kann ihre Tiefe sehr un-gleich seyn und man darf an allen Orten, deren Umgebungder angegebnen Erzeugung von Quellen günstig ist, mit gröfs-ter Wahrscheinlichkeit darauf rechnen, sie zu finden, sobaldman nur tief genug gräbt. Das bisher Gesagte ist den Brun-nengräbern aus der Erfahrung hinlänglich bekannt, und wennes sich darum handelt, in voraus zu bestimmen, ob manHoffnung habe, an irgend einem Orte solches Quellwasser zufinden, so müssen hierüber die beiläufig erwähnten geogno-stischen und physikalischen Merkmale entscheiden, ohne dafses dazu der ehemals üblichen , aber durchaus nutzlosen, magne-tischen Wassernadel (Wünschelruthe) bedarf', die Leopold 1beschreibt und wovon man im Anfänge dieses Jahrhundertsabermals Gebrauch machen wollte. Selten wird man, der gro-fsen Kostbarkeit wegen, in Felsen eindringen, um Quellen zusuchen, es sey denn, dafs solche Brunnen für Festungen un-entbehrlich sind. Es findet jedoch hinsichtlich der Felsartenin dieser Beziehung ein bedeutender Unterschied statt. In dieUrgebirge an sich kann das Wasser der Hydrometeore in derRegel nicht eindringen, allein auf ihren höchsten Spitzen,hauptsächlich auf den Wölbungen der Kuppen, sind dieseFelsarten meistens zerklüftet, es befinden sich dort beträchtli-che Risse, Spalten und Zwischenräume zwischen den einzel-nen Blöcken, in denen das Wasser herabsinkt und Quellenbildet, die man daher nicht selten findet, indefs wird man dergrofsen Kosten wegen bei allezeit vorhandener Ungewifsheiteines günstigen Erfolgs in ihnen keine Brunnen graben, wiegrofs auch das Bedürfnifs, für eine Festung z. B., seyn möchte.In Uebergangsgebirgen sind die Quellen schon zahlreicher,noch mehr aber in den Flötzgebirgen und überhaupt den jün-gern Formationen, bis zum aufgeschvvemmten Lande, wo siewieder seltener werden. Sie sind aufserdem am häufigsten inKalksteingebilden, finden sich in diesen und in Sandsteinge—birgen ungleich tief und fehlen bei vorwaltenden äufseren

1 Theatrum machinarum hydrotechnicarum. N. Aufl. Leipz. 1774.fol. p. 12.