Artesische Brunnen.
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Wasser oft mit bedeutender Gewalt hervordrang. In einigenFällen durchgrub der Arbeiter die ganze Thonschicht, meistedann aber eilen sich zu entfernen, um nicht durch die Mensedes hervorbrechenden Wassers in Gefahr zu kommen. In Eu-ropa scheint man rliese Art Brunnen zuerst in Italien kennengelernt oder beachtet zu haben , Dominicus Cassixi 1 brachtevon -dort ihre Kenntnifs mit nach Frankreich , erhielt zugleichdie Nachricht, dafs es in Niederöstreich ähnliche gebe, machteselbst einen gelungnen Versuch, allein seine Mittheilung dar-über wurde ebenso wie die ausführliche Beschreibung von Ber-NARdino Ramazzini 2 wenig beachtet. Nach Cassini gräbtman in jener Gegend so tief, bis die Erde von dem unter ihrdrückenden Wasser aufgeschwollen zu seyn scheint. Alsdannmauert man einen doppelten Schacht auf, dessen Zwischen-raum mit gut durchknetetem Lehm ausgefüllt wird, bohrt danntiefer, bis man die Quelle erreicht zu haben glaubt, und durch-stöfst endlich die tiefsten Theile der Thonschicht mit einemlangen Bohrer, nach dessen Herausziehn sich der ganze Brun-nenschacht mit Wasser füllt, welches oft in grofser Menge aus-strömt und die benachbarten Felder bewässert. Cassixi glaubt,das Wasser komme in unterirdischen Canälen von den benach-barten Appenninen 3 . - Er liefs selbst im Fort Urban einenBrunnen bohren, aus welchem das Wasser frei bis 15 F.Höhe über der Erdoberfläche sprang, in Röhren aber zu einerweit beträchtlichem Höhe aufstieg. *
Dieser ältern Nachrichten und Versuche ungeachtet kamdiese leichte Methode der Auffindung von Quellen, die nichtselten bis zum Erstaunen reichhaltig sind, nicht zur prakti-schen Anwendung, bis man in den ersten Decennien diesesJahrhunderts von dem Vorhandenseyn solcher Brunnen in derehemaligen Grafschaft Artois Nachricht erhielt 4 , die Sache
1 Me'm. de l’Acad. T. I. p. 96.
2 De fontium mutinensium admiranda scaturigine tractatus phy-sico-hydrostaticus. Mutinae 1691. 4. Ins Englische übers. Lond.1697. Auch Genevae 1717. Ein Auszug in Act. Erud. 1692. p. 505.
3 Ueber die artesischen Brunnen in Italien s. Giacisto CabesaSerbatoi artiiiciali d’aeque cet. Giuntavi nn' Appendice sui pozzi ar-tesiani o saglienti. Torino 1829.
4 De la Metherie Theorie d. Erde II. 265. giebt an, von Lau-»iont gehört zu haben, dafs in Artois mehrere Springquellen gegra-