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Siebenter Band. N - R.
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Artesische Brunnen.

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brunnen übernehmen, ln America ist die Industrie schon so weitvorgeschritten, dafs die Kunst des Brunnenbohrens dort gleich-falls bekannt werden mufste; sie scheint aber bereits seit ge-raumer Zeit in Anwendung gebracht worden zuseyn 1 , und schonfrüher, als man in Frankreich wieder aufmerksam darauf wurde.Es scheint, als ob man dort zuerst die Salzlager durch Boh-rung aufzufinden gesucht habe, später aber wandte man dasVerfahren auch auf Quellen von süfsem Wasser an. Insbe-sondere sind etwa seit dem Jahre 1822 bis auf die neuestenZeiten eine Menge artesische Brunnen in den verschiedenstenGegenden mit günstigem Erfolge gebohrt worden, wie namentlichDickson 2 berichtet, dessen Theorie über den Ursprung derQuellen noch der Kindheit in der Wissenschaft angehört, in-dem er sie von einer Centrifugalkraft ableitet, die ehemals dieBerge emporgetrieben habe und jetzt das aus dem Meere ein-gedrungene Wasser stets nach Aufsen schleudere.

In Deutschland , namentlich in Unterösterreich, hat man dieKunst des Brunnenbohrens in rohester Gestalt vielleicht amfrühesten gekannt. Sie erregte die Aufmerksamkeit des Du-minicus Cassini 3 , als er bei seinen ausgedehnten geodätischenMessungen auch in diese Gegenden kam, und lange nachherbeschrieb Belidor . 4 5 das dabei übliche Verfahren. Nach sei-ner Angabe graben die Einwohner so lange, bis sie auf dieThonlage kommen, dann nehmen sie einen grofsen, etwa 6 Z.dicken Stein mit einem Loche in der Mitte und bohren durchletzteres die Thonlage durch, bis das Wasser mit Gewalt auf-steigt und den Brunnen füllt. Nach v. Jacquin®, welcher amausführlichsten hierüber Nachricht ertheilt, ist diese Methodedes Bohrens, die man in Anwendung bringt, wenn das überder Thonschicht angesammelte Wasser nicht hinlänglich scheintund man die sogenannten Quell- oder lebendigen Brunnen ver-langt, seit geraumer Zeit dort ausgeübt worden und die Zahl derletztem übersteigt in der Umgegend von Wien bei weitem

1 Daswik Travels throngh America. Lond. 1789.

2 An Essay on tlie art of boring the earth, for the obtainmentof a spoutaneous flow of water cet. New-Brunswick . 1826.

3 Hist, de l’Acad. T. I. p. 96.

4 Science des Ingenieurs. Par. 1734. Liv. IV. p. 82.

5 Wiener Zeitschrift. Bd. VIII. 3. 257.