10G6 Quelle.
untersuchten Gohrbrunnen liefert einer 1080, ein anderer 1001und der stärkste 1728 wiener Eimer in 24 Stunden, alle zu-sammen aber mehr als 9000 Eimer oder ungefähr 12204 Kub.Fufs. Merkwürdig ist in dieser Beziehung, dafs man dasWasser artesischer Brunnen an verschiednen Orten zum Be-triebe der Mühlräder benutzt, in welcher Beziehung es nochaufserdem den grofsen Vortheil gewährt, dals es bei stetsgleichbleibender Temperatur im Winter selbst nicht nur nichtgefriert, sondern auch dem sonstigen Betriebswasser beige-mischt die Räder gegen das Einfrieren schützt, weil es nichtweit von den Bohrlöchern auf dieselben fällt, also in der kur-zen Zeit seines Fliefsens an freier Luft nicht sehr erkaltenkann. Namentlich lindet diese Benutzung bei Königsborn un-weit Unna statt, wo die Salinenwerke grofsentlieils durch IJohr-brunnenwasser betrieben werden, und im Dorfe Ileminerde, womehrere Bohrlöcher zwei Mahlmühlen treiben, deren jede 3Kub. F. Wasser in der S>ecunde verbraucht 1 .
IV. Periodisches Laufen der Quellen.
In einigen Gegenden des nördlichen Deutschlands giebt eseine Art periodischer Quellen, die man Maibrunnen , auchHungerquellen nennt. Sie finden sich auf Wiesen und Fel-dern, brechen meistens im Monate Mai hervor, sind mehr oderminder ergiebig, so dafs sie entweder den nächsten Niederun-gen zufliefsen, oder blofs eine Ansammlung von stagnirendemWasser erzeugen, und dauern längere oder kürzere Zeit biszum Anfänge des Monats Juni oder bis über die Mitte desMonats Juli. Aus ihrer Reichhaltigkeit und längern Dauer«chliefsen die Landleute auf bevorstehenden Mifswachs, wo-her auch der Name Hungerquellen seinen Ursprung hat, wo-gegen ihr gänzliches Ausbleiben als Vorbedeutung einer rei-chen Ernte gilt. Da sie sich vorzugsweise in Niederungenund nassen Gegenden Anden , so entstehn sie vermuthlich dann,wenn der Erdboden eine Menge Feuchtigkeit im Winter be—reits aufgenommen hat, damit getränkt ist und also das Schnee-