1148
R a d.
kehrt proportional seyn, und eben dieses Verhältnis findetdemnach auch rücksichtlich ihrer Geschwindigkeiten statt. In-dem nun zugleich die Umfänge sich verhalten wie die Halb-messer, diese aber, so lange die Umdrehung erfolgt, wie He-belarme auf einander wirken, so folgt hieraus, daTs wie beimHebel für den Zustand des Gleichgewichts die Lasten sich um-gehehrt wie die Halbmesser , bei der Bewegung aber die Ge-schwindigkeiten sich umgekehrt wie die Lasten verhalten. Wirdder eine der Halbmesser unendlich lang, so dafs jeder endlicheBogentheil des Umfanges mit einer geraden Linie zusammen-fällt, so erhält man eine gerade Stange, die an einem Cylinderoder einer Rolle fortgeschoben diese um ihre Axe dreht, lnder praktischen Anwendung kommen beide genannte Arten vonScheiben vor, nämlich bei Walzen, welche mit ihren Oberflä-chen einander berührend gemeinschaftlich umlaufen, und beiZeigern an einem Cylinder, welcher durch einen an seinerOberfläche angedrückten Stab um seine Axe gedreht den aufihm festsesteckten Zeiger umdreht, eine für feine Bewegungensehr zweckmäfsige Vorrichtung, deren man sich in geeignetenFällen dreist bedienen kann, da die Reibung am möglichst po—lirten Zapfen allezeit geringer ist, als an der absichtlich rauhgefeilten, oder noch besser matt geschliffenen, Oberfläche derStange und Rolle, die durch einen längern Hebelarm auf ein-ander wirken. Einen solchen Mechanismus hat unter andernMortimer bei seinem Pyrometer und der hiesige MechanicusSchmidt an den bekannten Dynamometern zur feinen Bewe-gung der Zeiger angebracht.
In den meisten Fällen würden jedoch solche Rollen oderWalzeu, insbesondere bei erforderlicher grofser Kraftanwen-dung, über einander hingleiten, welches durch gröfsere Rauheitderselben verhindert werden könnte. Am vortheilhaftestenwürde diese Rauheit seyn, wenn die Erhabenheiten der einenFläche genau in die Vertiefungen der andern fielen, wobei derNatur der Sache nach deren Höhe und Tiefe gleichgültig ist,wenn nur die Flächen beider genau mit einander in Berüh-rung bleiben. Indem dieses künstlich genau hergerichtet wird,erhält man das Rad und Getriebe (Rota cum rotula; Roue etpignon; IVheel and pinion ), welche vereint ein Räderwerk(Syslema rolarum-, Rouage, Systeme de roues et de pignons;JVheelworh) bilden. Die Erhabenheiten sind entweder in die