1341
Regenmafs.
dasselbe auch herabfallen mag. Die meisten hierzu vorge-schlagenen und in Anwendung gebrachten Apparate sind sehreinfach, weil dieses die Aufgabe selbst so mit sich bringt. Indemnämlich das Wasser der Hydrometeore auf die Erdoberflächeherabfällt und von dieser, mit Ausnahme des sogleich ablau-fenden, eingesogen wird, um allmälig wieder zu verdunsten,so fordert die Aufgabe, diejenige Menge zu bestimmen, welcheüber einer gegebenen Fläche in einem bestimmten Zeiträume,meistens in einem Jahre, sich aufhäufen würde, wenn alleeinzelne Quantitäten vereint blieben. Hiernach mufs jedes Re*genmafs aus einem Werkzeuge bestehn, welches alle über ei-ner genau gemessenen Fläche herabfallenden atmosphärischenNiederschläge ohne Verlust auffängt und zur Messung dar-bietet; das Messen geschieht dann auf zweierlei Weise, ent-weder indem man die Höhe bestimmt, bis zu welcher dasWasser allmälig anwächst, oder indem man die erhalteneMenge vermittelst eines üblichen Hohlmafses bestimmt. BeideMethoden sind dem Wesen nach wenig verschieden, jedochist die erstere die gebräuchlichste und es gebührt ihr im All-gemeinen wohl der Vorzug. Jedes Regenmafs besteht hier-nach aus zwei Gefäfsen, dem einen, worin das herabfallendeWasser aufgefangen, und dem andern, womit die Quantitätdesselben gemessen wird; beide können jedoch auch vereinigtseyn, wenn im Auffangegefäfse zugleich eine Vorrichtungzum Messen angebracht ist. Letzteres scheint zwar leicht zuseyn, auch empfiehlt es sich durch die grofse hieraus erwach-sende Einfachheit, allein da man meistens zugleich beabsich-tigt, geringe Mengen einzelner Regenschauer zii messen, wo-bei die Bestimmung der Höhe unsicher wird, und da nochandere Bedingungen zu berücksichtigen sind, so bestehn diemeisten und bessern Regenmesser aus den beiden genanntenTheilen.
Die Genauigkeit der Messung erfordert, dafs die Flächedes Auffangegefäfses, deren horizontale Richtung sich vonselbst als nothwendige Bedingung ergiebt, genau begrenzt sey,wobei übrigens das Material ganz gleichgültig ist. Wird aberzugleich die Dauerhaftigkeit bei dem fortgesetzten Einflüssedes wechselnden Wetters berücksichtigt, so empfiehlt sich Mes-sing oder Kupfer als am meisten geeignet. Die Form diesesGefäfses ist willkürlich, wenn nur der Flächeninhalt der Oelf-