In den Zeiten des Mittelalters schwankte die europäische Gegensätze
^ - d. Romanis-
^Ltaatenwelt zwischen zwel gegenscitzüchcn Erscheinungen, die ein nn>s^.^geordnetes Staatsleben, eine natürliche Scheidung der Staatennach nationaler Gliederung und eine geregelte Leitung und Ent-wickelung derselben, schwierig ja unmöglich machten. Non obenherab machte sich mehrfach das universalistische Streben geltendnach großen, über die Gränzen der Nationalitäten ausgedehntenGemeinherrschaften. Von unten hinauf stand der partieularistischeHang zum Zerfallen in kleine Lehn- und Stadtgebiete innerhalbder einzelnen Staaten entgegen. Diesen Geist der Sonderung,die Abneigung gegen alle Centralisation, hatten die germanischenStämme über Europa gebreitet; jene universalistische Neigungführt auf altrömische und ncurömische Verhältnisse zurück.
Im Anfange des Mittelalters stand das römische Weltreich Uni'»ersalist>-
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den neuen Geschlechtern als das einzige und glänzende Beispiel bung-n.einer Staatsbildung vor. Der Gedanke an seine Herstellung wardder Ehrgeiz gleich der ersten Eroberer Italiens. Karl der Großeverwirklichte ihn in seinem ungeheuren, den Gränzen der Christen-heit fast gleichgerückten Reiche. Und von da vererbte sich dieserGedanke auf Jahrhunderte als eine politische Aufgabe, und bisin unsere Zeiten als eine politische Fietion. Zu dieser Idee desrömischen Kaiserreichs, des weltlichen Universalstaates, gab dann