Hindernisse entgegen. Dieser letztere, der religiöse Kampf gehörtder neueren Geschichte an, jener weltliche ist die Seele der Ge-schichte der letzten Jahrhunderte des Mittelalters. Von den Zeitenan, wo mit den Kreuzzügen die großen christlichen Verbindungender Völker aufhören, die universellen Züge'der Geschichte schwin-den, die römische Weltsprache den Volkssprachen weichen muß unddie gesonderte nationale Entwickelung der einzelnen Staaten be-ginnt, gibt die Stellung der geistlichen und weltlichen Aristokratieden Faden ab durch die verwickelten Ereignisse der mittleren Zeiten.Im 14. Jahrh, erscheinen in der Gegenwirkung der Fürsten gegenden Kaiser, der Coneilien gegen den Pabst, diese beiden Gewaltenvon ihrer Aristokratie bereits gefährlich bedroht; und so stieg auchin allen einheitlichen Staaten die Macht der Aristokratie damalsaufs Höchste. Statt daß der Adel aber diese Macht genutzt hätte,körperschaftlich nach einem dauernden politischen Einfluß zu rin-gen, statt daß er gestrebt hätte, innerhalb der nationalen Begren-zung die staatliche Ordnung zu begründen, die unter den früherenZeitverhältnissen so erschwert war, that er vielmehr in mißbräuch-licher Anwendung seiner Gewalt das Aeußerste, was alles Staats-wesen überhaupt zerrütten mußte. Die Spaltung des aristokrati-schen Körpers in einen weltlichen und geistlichen Theil, die krie-gerische Rohheit des Einen und die politische Unreife Beider ver-schuldeten diesen Mißbrauch und seine Folgen. Die geistlicheAristokratie war von einem ausländischen Haupte abhängig undhinderte die Geschlossenheit des Staats, die weltliche hielt sichvon dem inländischen Haupte möglichst unabhängig und hindertedie staatliche Einheit. Jeder der kleinen und großen Vasallen undGewalthaber hatte nur Sinn für sein eigenes Interesse, kaum fürdas seines eigenen Gebietes. Vor lauter Herrn war keine Herr-schaft, vor lauter Theilen kein Ganzes, vor lauter Staaten imStaate kein Staat möglich; die parasitischen Nebengewächse im
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Buch
Einleitung in die Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts / von G.G. Gervinus
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23
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