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Spielzeug ihres Adels sein wolle. Sie stellten durch ihre landes-polizeilichen und gerichtlichen Maaßregeln Friede und Sicherheitim Lande gegen die Gewalt des Adels mit Gewalt her. Siepflegten das Recht und Gedeihen der Gemeinden. Sie ließen denAdel häufiger zu den Cortes nicht einberufen, und drängten ihnhierdurch und durch die Gewöhnung an königliche Verordnungenleise aus seinem politischen Einfluß. Gestützt auf ihre unbezwei-selbare Katholicität dursten sie sich erlauben, den weltlichen Uebcr-griffcn der Geistlichkeit und selbst des Pabstes mit großem Anse-sehen zu begegnen; durften sie die Großmeisterthümer dreier mäch-tiger Ritterorden, von fast königlicher Macht, für die Kroneeinziehen; konnten sie um der heiligen Kriege willen einen Heer-dienst einrichten, der, ohne eine stehende Macht zu erfordern, ihnenim Rothfall die ganze Mannschaft des Landes zur Verfügungstellte. Diese Mannschaft bildeten sie in zwei vortrefflichen Kriegs-schulen. In dem langen Kriege gegen Granada wurde die uraltespanische Kriegsweise aufs höchste ausgebildet, und daneben ausder Hülfe der deutschen und schweizerischen Landsknechte derWerth ihres schweren Fußvolkes erprobt. Beide Systeme ver-schmolz dann der „große Feldherr" (Gonzalo de Cordova) in demneapolitanischen Kriege gegen die Franzosen zugleich mit denFortschritten im Geschütz-und Kriegöbauwesen, und erzog jenesKriegsheer, mit dem nachher Karl V. derWclt zu gebieten dachte.Durch den trefflichen Gebrauch, den schon die katholischen Königevon dieser Kriegsmacht nach außen, von ihrem neu begründetenAnsehen nach innen machten, konnte Jsabella während ihrer Re-gierungszeit die Einkünfte Castiliens ohne lästigen Druck auf dasllOfache steigern und Ferdinand, nach Machiavelli'S Worten, sichvon einem schwachen zu dem ruhmvollsten und ausgezeichnetstenFürsten Europas emporschwingen. Bei solchen Erfolgen, diehier, trotz der dem spanischen Volke eignen Neigung zu Absende-