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Kirchenstaat
väbstliche
TyranniS,
rung und Vereinzelung, ein getheiltes Land vereinigten und indem kurzen Zeitraum Einer einzigen Regierung aus 4 König-reichen (Neapel ungerechnet) Eins machten, konnte sichselbst ein republikanischer Staatsmann wie Machiavelli nichtblenden gegen die außerordentlichen Vortheile, die aus der Abso-lutie des Fürsten für Volk und Staat erwuchsen. Er sah um desZweckes willen über die Mittel, um der allgemeinen Wohlfahrtwillen über einzelne Uebelstände hinweg, und er errieth den Geistder neueren Geschichte, als er, über ihrer Wiege weissagend, dieim Alterthum gemachte historische Erfahrung in die schneidendetheoretische Behauptung kleidete, daß zur Begründung einerneuen staatlichen Ordnung auf dem Ruine der abgelebten Staats-formen des Mittelalters diese einheitliche, unbeschränkte Herrschafteine Nothwendigkeit, und, unter der Voraussetzung einer vorüber-gehenden Dauer, selbst eine Wohlthat sei: eine Vorbereitung zurGesetzherrschaft und eine Schule der Freiheit. Er konnte freilichnicht wissen, als er im Besonderen die neue Herrschaft Ferdinandsprieß, daß zunächst hier in Spanien, wie bald überall, die könig-liche Absolutie durch Fortdauer und Ueberspannung zu einem grö-ßer» Schaden erwachsen würde, als die Adelsherrschaft gewe-sen war.
In der Reihe der Staaten, die sich unter jenem allgemeinenAnstoße von Osten her plötzlich neu befestigten und umbildeten,war auch der Kirchenstaat. AuS den Zeiten des tiefsten Verfallswährend des Aufenthaltes in Avignon und während der großenKirchenspaltung erhob sich das Pabstthum seit Nirolaus V.,grade seit dem Falle von Byzanz, rasch wieder zu neuem Ansetzn.Und jetzt galt es in Rom als ein Grundsatz, den die Erfahrunggelehrt hatte, daß das geistliche Ansehen der Päbste, das seit dem14. Jahrhundert so viele Anfechtungen erlitten hatte, auf Welt-