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Einleitung in die Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts / von G.G. Gervinus
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durch Fürsorge für Manufakturen und Handel, durch eine freiereOrdnung in Benutzung von Flüssen und Seen, von Forsten undWeiden. Die Selbstregierung in Gemeinde und Grafschaft galt alsein wesentliches Prinzip der neuen Freiheit, damit in Verwaltungund Rechtspflege Niemand von entfernten Stellen abhänge. Einparlamentarischer Senat, auf Lebenslange gewählt oder mit theil-weiser Rotation, sollte ander Spitze des Staates stehen; die ver-einigten Vertreter aller Grafschaften aber sollten in ihrer Mehrheitgegen die allgemeinen Gesetze des Senates Einsprache erhebenkönnen, ohne sich wie in Holland einzeln denselben entziehen zudürfen. Es sollte nicht wie in den Niederlanden eine Verbindungvon vielen Souveränetäten in Einer Republik, sondern von vielenRepubliken unter Einer Souveränetät werden; so daß auch hier,wie bisher in allen germanischen Staaten, eine Bundesverfassungentstanden wäre, die, mit ihrer eigenthümlichen Verbindung derprovinziellen Selbständigkeit mit einheitlicher Gewalt, in einerMitte gestanden, einen Uebergang gebildet hätte von Dem, wasin Niederland damals war und nachher in Amerika wurde. Diesenpolitischen Ordnungen hätten die kirchlichen entsprochen. AllePrä-latie, ja alles Priesterthum sollte abgeschafft, der Geistlichevon der Gemeinde gewählt und bezahlt und weder von der Kircheordinirt noch vom Staate angestellt werden. Eine Religion warin Aussicht genommen jenseits aller Bekenntnisse und Formularien.Alle Nonconformisten, die rein zu leben wünschten nach GottesWort, wie ihr Gewissen sie es verstehen hieß, sollten ertragenwerden. Die Theilung von Sekten war mehr gewünscht als ge-fürchtet. Es war in der Religion auf die angeborene Wahrheit,in der Politik aus die angeborene Freiheit des Menschen ver-trauensvoll gebaut. Denn auch darin war Milton, wie andereCalvinistische Denker, ein Vorverkünder der späteren amerikani-schen Grundsätze, daß ihm die Freiheit nicht ein Compler von