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und Ausbildung erhalten; der Anbau des Meeres versprach loh-nenderen Gewinn als der des Landes. Abentheurer hatten ihn be-gonnen, berechnende Thätigkeit sehte ihn fort; die Verbindungbeider Hemisphären vervielfachte die Bedürfnisse und die Mittelihrer Befriedigung, mehrte die Stoffe der Industrie, ihre Aus-dehnung und Erfolge; das große Geschäft alles Handels, Bedarfund Vorrath, Ueberfluß und Mangel auszugleichen, spielte inungeheueren Verhältnissen. Industrie und Handel wurden dieQuelle des Reichthums im Mittelstände und dadurch eine An-regung der Thätigkeit des Einzelnen in einem früher nicht gekann-ten Maaßstabe. Sie wurden die Quelle des Reichthums auch derStaaten und darum eine der ersten Rücksichten der Politik undVerwaltung. Und dies um so mehr, als bei der veränderten Lageder Welt, dem Anwuchs der Staaten, den verwickclteren Verhält-nissen alles Lebens die alte Quelle der Staatseinkünfte, Kron-güter und Grundsteuern, so wenig mehr zur Bestreitung derStaatsausgaben hinreichte, wie der militärische Lehendicnst zurStaatsvertheidigung. Bei dieser neuen Gestalt der Dinge kam esdarauf an, welcher Staat sie am geschicktesten und thätigsten aus-beuten würde. Dies hatte Frankreich eingesehen, als es sich amspätesten von allen seinen Nachbarn unter Richelieu und Lud-wig XlV. zusammenraffte, durch eine Ausnahme seines Seewesens,seiner Gcwerbthätigkeit und seiner Anpflanzungsvcrsuchc das frü-her Versäumte nachzuholen. Zwei sehr gegensätzliche Beispielelagen lockend und warnend vor Augen.
Die Politik der spanischen Könige war immer auf Macht spanische
Colonial-
und Gebictsausdehnung gestellt gewesen; dazu bedurfte es einer r°li,ik.möglichst unumschränkten Verfügung über alle Staatskräfte, unddies System innerer und äußerer Herrschaft erdrückte im Volke diealte Freiheit, die geistige und die gewerbliche Bewegung, die ein-
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