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zigcn Mittel gerade, die den Staaten in den neuen Verhältnissender Welt nachhaltige Kräfte verliehen. Die spanische Anpflanzunggeschah im Geiste dieser despotischen Politik. Sie wurde von obenherunter geleitet und eingerichtet. Es wurden ungeheure Erd-räume als ein glänzendes Schauwerk der Macht in Besitz genom-men, die eine tausendjährige Einwanderung nicht ausfüllen konnte.Es wurden iiurJiiläuver zugelassen und das Mutterland erschöpfteseine Bevölkerung, die ohnehin durch die Austreibung der Maurenund Juden geschwächt war. Die Einwanderer suchten nach Gold,nach raschem Erwerb, nach Genuß ohne Arbeit, und der Triebrühriger Thätigkeit ward erstickt. Die spanische Gewerbthätigkeitverfiel, wie der Ackerbau unter Scrvituten und Borrechtcn längstverfallen war. Mit den Tauschmitteln hörte der Handel auf undging in fremde Hände über. Mit der Armuth der Privaten kamdie Ohnmacht des Staates. Er sollte seine Goldgaleercn mitgroßen Flotten begleiten und hatte keine Schiffe übrig, seine Kü-sten zu vertheidigen. DieStättc der Anpflanzung selbst, die üppigeTropcnwelt, die zu ihren Erzeugungen der menschlichen Beihülfewenig bedarf, unterstützte den faulen Hang der eiugcwanbertenSüdländer. Die religiöse Bigotterie ließ eine Selbständigkeit desGeistes und der Thätigkeit nicht aufkommen. Selbst wo sie denSchein der Menschlichkeit trug, förderte sie unterweilen den mate-riellen Vortheil der Fremden, ohne den sittlichen Nachtheil zuHause zu verhüten. Weil es der katholischen Kirche ein Aergernißsei, wurde das unmenschliche Monopol der Negereinsuhr in diespanischen Colonien an Fremde vergeben, und zuletzt durch denAssicnto von 1711 an die Engländer, die davon für die Aus-breitung ihres Handels und ihrer Colonien unermeßlichen Vor-theil zogen.