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Bon da an schloffen sich die Kabinette in volksfeindliche Verbin-dungen zusammen und bekämpften mit einer ganz tcndentiären Po-litik die neuen Grundsätze der gesellschaftlichen Organisation, wieman früher Kriege gegen kirchliche Bckcnnuisse geführt hatte. Ambestimmtesten hat damals Gentz den völligen Umschwung geahnt,der in Kraft dieses neuen Geistes in dem ganzen Charakter derGeschichte eintreten müsse. Er sah, daß in allen früheren Revolu-tionen'in Deutschland, Holland, England nur ganz nationale,örtliche, besondere Zwecke, und selbst diese ohne klare Bewußtheit,angestrebt wurden, während diese Revolutionen in Amerika undFrankreich ganz universell, in Beweggründen, Zwecken, Grund-sätzen auf alle Zeiten und Bölker anwendbar seien. Darin sah erihre Kraft und Bedeutung gelegen, und in der Bewußtheit ihrerZwecke die dauernde Gefahr: denn diese überlebte die Revolutionselbst, vererbte sich auf die Massen und ward ein Gemeingut derWelt.
der'freibettl Vbi der Ueberwandcrung der amerikanischen Freiheit nachFrankreich bewährte sich ihr universeller Charakter gleich indem
nach Europa, stärksten Maaße. Der Zug aller staatlichen und religiösen Freiheit,der sich bisher nur unter germanisch-protestantischen Völkern vonOst nach West bewegte, stemmte sich in Amerika an einer natür-lichen Gränze und sprang nun von West nach Ost zurück. Die po-litische Idee hatte sich in Amerika von der religiösen Beimischunggelöst, ja sie hatte sich unter dem dortigen reinen Dcmokratismus,unter dem die Glieder aller Nationen gleich befriedigt lebten, selbstvon nationalen Beschränkungen frei gemacht. Die germanisch-pro-testantische Besonderheit war nicht länger eine Bedingung ihresWeiterwickens. Sie eroberte bei ihrer Rückwendung zuerst dasgrößte der katholischen und romanischen Völker. Eine ganz neueWelt war ihr damit zum Spielräume geöffnet. Wie einst der orien-