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gleiche Stoß traf die hierarchischen Mißbrauche. Es waren wohl-thätige Gewaltsamkeiten, durch die der finstere katholische Geist inBaiern und ähnlichen Landen gebrochen, die geistlichen Guter ein-gezogen, die Klöster vermindert und wo es anging aufgehoben, dengeistlichen Herrschaften in Deutschland ein Ende gemacht wurde.Die Säeularisation der geistlichen Staaten und Güter in Deutsch-land versetzte dem weltlichen Arme der Kirche, der sich hier über fast2000 Q.-M. und mehr als 3 Mill. Menschen erstreckt hatte, einenstärkern Schlag als selbst in der Reformation geschehen war. Wievieles von diesen Veränderungen hier und da auch wieder unter-gegangen ist, sie haben durch ihren tiefen Eingriff und ihre weiteAusbreitung die ganze Gesellschaft umgestaltet und der Geschichteder nächsten Zeiten ihren Charakter aufgedrückt.
Nicht allein dieß aber schlug zu Gunsten der allgemeinen
kriegc.
Freiheit aus, was Napoleon den besiegten Völkern immerhin alsWohlthat und Verbesserung zubrachte, sondern in noch höheremMaaße das, was grade zu ihrer Unterdrückung geschah. Napo-leon strebte in einer Zeit, wo man solch eine Erscheinung am we-nigsten wieder erwartet hätte, mit mehr Glück und hellerer Absichtals irgend einer seiner Vorgänger nach der Gründung einer fran-zösischen Universalherrschaft. Er war in der Vertheidigung Frank-reichs wie spielend zu großen Eroberungen gelangt; gestacheltdurch seine Vorliebe für Italien, crmuthigt durch die blinde Hin-gebung seines Volkes, durch die Erbärmlichkeit der deutschen Zu-stände und aller Dynastien um ihn her, zu Vergrößerungen be-rechtigt durch den Raub Polens von Seiten der Ostmächte war erauf den Weg der Eroberungen gekommen; die tiefe Eifersucht desFranzosen gegen England trieb ihn, sie zu überspannen. Englandhatte sich für feine Verluste in Amerika reichlich in Ost- und West-indien und auf einzelnen kostbaren Punkten von Europa und