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Einleitung in die Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts / von G.G. Gervinus
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u-b-rg-mg Von hier an bildet die Geschichte des 19. Jahrhunderts einen

zur neuesten ^

Geschichte, geraden Gegensatz gegen die Zeit des 18. Jahrhunderts, wo jenefürstlichen Reformen eine übereinstimmende Bewegung in dem gan-zen Welttheile hervorgerufen hatten. Sie setzt unmittelbar, ineiner naturgemäßen Weiterbildung, in den Räumen des ganzenWelttheils fort, was die französische Revolution, jene Reformenunterbrechend, in Frankreich gethan hatte. Eine Reihe von Staatö-veränderungen werden fast in allen Theilen Europa'ö und selbstAmerika's angegriffen, bald durchgesetzt, bald gehemmt, rückgängiggemacht und wieder aufgenommen; aber es sind nicht mehr Ver-änderungen, die von Ministern und Fürsten verordnet werden,sondern sie werden durch Volksbewegungen bewirkt, und dieReaktionen dagegen, die damals von dem Volke ausgingen, gehenjetzt von den Fürsten aus. Diese Bewegungen laufen in einemdoppelten Geleise: innerlich nach freieren Staatsordnungen, äußer-lich nach Wahrung der Unabhängigkeit der Völker und Stämme,nach einer politischen Scheidung, die der natürlichen Scheide derNationalitäten und Sprachen gemäß ist. Die zwei großen, unterNapoleons Weltherrschaft gemachten Erfahrungen der unterdrückteninneren Freiheit und der verletzten äußeren Selbständigkeit scheinenauch jetzt noch mit so schwerem Eindruck auf dem Jahrhundert zulasten, daß alle größeren Begebenheiten der letzten Jahrzehnte sichals Gegenwirkungen gegen die Fortdauer oder die Wiederkehr