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Einleitung in die Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts / von G.G. Gervinus
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dieser Erfahrungen darstellen. Die Bewegungen der Zeit und derVölker setzen sich auf diese Weise in eine doppelte Beziehung zuden beiden größten Ereignissen der vorhergegangenen 25 Jahre, zuder französischen Revolution und ihren Bestrebungen nach innererpolitischer Emancipation, und zu den Befreiungskriegen und ihrerAbzweckung auf nationale Abscheidung und äußere Unabhängigkeitder Völker.

Die Freiheitskriege, die Napoleons Herrschaft stürzten, vor- mb-rsichtd»zugsweise den spanischen und deutschen, bezeichneten wir als den ^Wendepunkt, der das Erwachen des politischen Bewußtseins undSelbstgefühls in den Völkern außerhalb Frankreichs anzeigt. Inbeiden Ländern hoffte das Volk mit der äußeren Befreiung aucheine innere zu erlangen; es hatte die Waffen für die bedrängtenFürsten ergriffen, in der Hoffnung auf so viel Dank (wie Jovel-lanoS an Sebastiani schrieb), daß man die alten Mißbrauche ab-stellen werde, die die Ursache des eingetretenen Elends waren.

An den spanischen Freiheitskrieg reiht sich dann der Aufstand dersüdamerikanischen Colonien an. Sie strebten anfangs nur nachAbwerfung des unerhörten inneren Drucks, wurden aber durch denunzeitigen Widerstand der spanischen Ceiitraljunta von 1811 zu derersten Erklärung ihrer Unabhängigkeit (Manifest von Venezuela)getrieben, in der sie wie Nordamerika, unter der Berufung auf denGeist der Zeit, mit der ursprünglichen Gleichheit der Natur ihrenAbfall rechtfertigten.

Die amerikanischen Freiheitskämpfe wirkten dann >820'aufdie Cadirer Erpeditionsarmee zurück, sich zu Gunsten volksthüm-licher Einrichtungen gegen den Thron zu empören, den die auf-opferndsten Anstrengungen der Nation wieder hergestellt hatten;und dieß war der Anfang der zähen und unter vielfachen Hem-mungen verschreckenden Staatsveränderungen, die dieß Land, das