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zieht ihnen in keinem Falle die Glaubwürdigkeit in Gegen-ständen der Geschichte-, Geographie, der Gesetze und Sittenoder Regierungsangelegenheiten.
Alle alten Völkcrgeschichten sind mit Wundermährchen an-gefüllt, welche nicht mehr geglaubt werden; wollte man aberdeßhalb ihre Autorität auch in anderen Beziehungen vernich-ten, so würde man aller Mittel und Quellen beraubt seyn,um die Entwickelungsgeschichte der menschlichen Gesellschaftvon den ersten Stufen ihrer Kindheit bis zur höchsten Civi-lisation zu verfolgen. Noch sind kaum zwei Jahrhunderteverflossen, daß in ganz Europa neben allen Kenntnissen undVerfeinerungen des Lebens der Glaube an dämonische Ein»Wirkungen, an Hexen, Feen und Gespenster allgemeinen Ein-gang fand; wer würde jedoch gegen das Andenken der Ge-schieht- und Chronikenschreiber voriger Jahrhunderte die Un-gerechtigkeit begehen wollen, deßhalb ihre Zeugnisse zu ver-werfen, weil sie übernatürlichen Dingen Glauben schenkten,welchen heutzutage kaum der unwissendste Theil der unterstenVolksclassen mehr theilt?
Bei den nachfolgenden Auszügen aus Schriften des Alter-thums, welche auf den Gegenstand unserer Untersuchung nä-heren Bezug nehmen, und Unwahrscheinlichkeiten zu enthaltenscheinen, wird das richtige Urtheil des Lesers einerseits That-sachen von den Fictionen, mit denen sie umhüllt sind, vonselbst schon leicht zu unterscheiden vermögen; während andrer-seits die Wahrnehmung der ungemeinen Leichtgläubigkeit dergroßen Männer des Alterthums und die Vergleichung derArt ihrer Forschung und Kritik mit jenen unserer Tage anund für sich nicht ohne einiges Interesse erscheint.
Assyrien und Mcrsicn.
Nach Diodors Berichten scheint Ninus, der Gründer vonNiniveh, große Massen Gold und Silber gesammelt zu haben.„Er besaß alle Schätze von Bactrian, wo Ueberfluß an Goldund Silber herrschte.«*) Derselbe Schriftsteller meldet, daßSemiramis, Frau des Belus und Nachfolgerin seiner Herr-schaft, die Gründerin von Babylon, unter andern in dieser
*) Diodor 2. B. Cap. 1.