Es findet sich der Betrag, den jede Provinz zu bezahlen hatte,mit der Bemerkung angegeben, ob in Silber oder Gold.„Die ganze aufgebrachte Summe« sagt der Geschichtschreiber,*)„betrug 9880 Talente in Silber, und wenn das Gold aufden 13 fachen Werth des Silbers geschätzt wird, 4680 eubäischcTalente in Gold; daher der jährliche dem Darius bezahlteTribut auf 14,560 Talente anzuschlagen ist.«
Gibbon und Rennel berechnen diese Summe zu beiläufigdrei und eine Viertel Million Pf. St. Herodot bezeichnetferner diesen Betrag als reines Einkommen nach Abzug derKosten für den Unterhalt der Truppen und für die Provin-ziell-Verwaltung. **) Wahrscheinlich war diese Masse edlerMetalle Eigenthum des Monarchen und bildete eine Art Re-servefond für unvorhergesehene Fälle. Auch die Art und Weise,wie diese Schätze in der königlichen Residenz aufbewahrt wur-den, beschreibt der nämliche Schriftsteller. „Das Gold undSilber wurde geschmolzen und in irdene Gefäße gegossen,welche sodann hinweg gebrochen wurden und das Metall alsfeste Masse zurück ließen. Bei eintretendem Bedürfnisse wur-den dann Stücke angemessener Größe zum Gebrauche hievonabgeschlagen.« ***)
Unter Darius Regierung schien es Grundsatz zu seyn, nurso viel Metall auszuprägen, als der Handel und die Staats-ausgaben erforderten, ch) und zu jener Periode konnten dieseSummen nicht bedeutend seyn, nach Verhältniß der wenigenUtensilien, welche Gegenstand des Tauschhandels waren, undder niedrigen Preise für alle Lebensbedürfnisse.
Es ist ferner nicht unwahrscheinlich, daß man große Sum-men durch Ansammlung absichtlich der Eirculation entzog,um sie für den Krieg zu benutzen; so für den großen Feld-zug gegen Griechenland, in welchem Lerxes 1200 Kameel-Ladungen an Geld und werthvollen Effekten bei sich hatte, chch)und nach den Niederlagen, welche er bei der Invasion erlitt,
*) Herodot 3. Buch Cap. 95.
**) Herodot 1. Buch Cap. 193.
***) Herodot 3. Buch Cap. »6.
k) Strabo 15. Buch S. 595.
chh) Oeinoztli. <ls 8vn»n.