Gewinnung des Oxforder Marmors als eine authentische Quelleangesehen werden darf, so war es wenigstens 1-150 Jahre vorChristo schon bekannt.
Die phönizischen Handelsleute lieferten den Griechen Zinn,und wahrscheinlich erhielten sie das Blei aus der nämlichenQuelle. Keine Stelle im Homer beweiset, daß zu jener Zeitdie Griechen auf dem europäischen Festlande viele Minen be-trieben; die edlen Metalle mögen indeß zum Theil auf derOberfläche oder zunächst derselben gefunden worden seyn.Dagegen gab es viele Minen auf den Inseln, wenn auchihre Ergiebigkeit nicht bedeutend gewesen zu seyn scheint. InCrcta und Thasus wurden Minen ausgebeutet, welche vonden Phöniziern noch vor der griechischen Besitznahme eröffnetwurden. Die Minen von Creta enthielten Eisen, jene vonThasus werden als ergiebig an Gold genannt.*) Die Gold-minen von Scaptesyle, sagt Herodot, lieferten im Durch-schnitte 80 Talente. Jene von Thasus ertrugen 200 und inguten Jahren auch 300 Talente.**) Diese Minen, sagt He-rodot, habe ich selbst gesehen; die werthvollsten derselben wur-den von den Phöniziern entdeckt, welcke unter der Anführungdes Thasus eine Niederlassung auf diesem Eilande begrün-deten und es nach dessen Namen benannten.
Eubora lieferte Eisen und Kupfer der besten Qualität,aber beiderlei Minen waren schon zu Strabo's Zeit erschöpft.Die Insel Cypern lieferte Gold, Silber und Kupfer, und diedortigen Minen wurden noch zu Zeiten der Römer bebaut,obschon spatere Reisende keine Spur von denselben mehr auf-zufinden vermochten. Das cyprische Kupfer war so fein, daßes die Römer zu Münzen und zu den edleren häuslichenGeräthschaften verwandten. Siphanto, das alte Siphnos,enthielt große Gold- und Silberminen, deren hohes Alter ausdem Umstände ermessen werden mag, daß jährlich ein Zehntelihrer Erträgnisse dem Tempel zu Delphi als Geschenk über-sendet wurde. Als man in späterer Zeit dem Apollobildc
*) Herodot «. B. Cap. 46. 47.
**) Nach einer Stelle des Thucydidcs (3. B. Cap. scheint i»diesem Erträgnisse auch die Bodenrente begriffen gewesen zu seyn.