Die Jsraeliten waren unter ihren ersten Beherrschern insteten Feindseligkeiten begriffen und im Allgemeinen, obwohlbisweilen unterliegend, stets siegreich; wobei sich, wie auseinzelnen zerstreuten Notizen hervorgeht, auch ihr Metall-reichthum stets vermehrte;*) so betrug die Beute von Rahabein Talent Goldes, und als Moab und Zobah und die Sy-rier von Damaskus geschlagen wurden, sammelte man dieBeute dieser Nationen an Gold, Silber und Erz, und wid-mete sie dem öffentlichen Dienste?*)
Aus allem diesen geht daher klar hervor, daß bei demBeginne der friedlichen Regierung Salomons der bei derNation vorhandene Goldreichthum das Ergebniß mehr alsachthundertjähriger Ersparungen, von Abraham an gerechnet,und beinahe fünfhundertjähriger von der Zeit an seyn mußte,als die Jsraeliten nach ihrer Auswanderung aus Aegyptenein selbstständiges und blühendes Volk geworden sind. DieBeraubungen verschiedener Volkstämme, welche wahrend derTheokralle vorfielen, wurden sorgsam im öffentlichen Schatzegesammelt, und die Erhaltung dieser Schatze war durch diehebräische Religion selbst geheiliget, indem dieselben in demTabernakel unter dem Titel „Schatz des Jehovah" bewahrtwurden. Keine Verwendung derselben zu profanem Zweckekonnte daher stattfinden, ohne sich eines Verraths gegen dasallmächtige Wesen schuldig zu machen, welches zugleich alsder geistige und weltliche Oberherrscher der Nation betrachtetwurde. —
Allein der zur Zeit von Salomons Größe gesammelteMetall-Reichthum stammte nicht allein von der Beute dervon den Hebräern unterjochten Nationen oder von den Ge-winnsten ihres eigenen Landbaues; vielmehr finden wir, daßdieselben schon seit Davids Regierung Handel getrieben hat-ten, deren Gewinnste noch eine weit reichere Quelle für denErwerb edler Metalle gewährten, als die rohen Operationendes Krieges oder der Ackerbau.
') Samuel Cap. 12 . D. 3.
**) 1. B. d. Chroniken Cap. Ist. V. 8 - II.