Im Anfange waren die Hebräer ein blos ackerbauendesVolk; alle Institutionen ihres Gesetzgebers Moses zielten da-hin, sie bei diesem Zustande zu erhalten. Ihre Manufacturenerstreckten sich nur auf die häuslichen Bedürfnisse. Theilungder Arbeit, das erste Erforderniß eines großem Manufactur-oder Handelsbetriebes konnte da nicht stattfinden, wo jedeFamilie auf ein kleines genau zugemessenes Stück Land be-schrankt war, welches höchstens nur so weit veräußert werdenkonnte, daß es an die ursprünglichen Eigenthümer nach 50Jahren wieder zurückfallen mußte.
Der Boden war sehr ergiebig, wie aus den poetischenBeschreibungen „fließend wie Milch und Honig" hervorgeht.Da inzwischen die ganze Bevölkerung sich dem Landbauewidmete, so mußte bei der großen Cultur eines so fruchtba-ren Bodens das Erträgniß an Getreide, Wein und Del weitgrößer sein, als die eigenen Bedürfnisse der Nation erforderten.Dieselbe war von einem wilden und kriegerischen Zustandebis zur Epoche Salomons in ruhige Niederlassungen überge-gangen, welche der Anknüpfung von Handels- und häuslichenVerbindungen mit den benachbarten Völkern sehr günstigwaren.
Der König hatte eine Tochter des Königs von Aegyptengeheirathet und brachte Verbindungen commercieller Naturmit Tyrus und den übrigen benachbarten Staaten Phönizienszu Stande.
Phönizien selbst hatte damals den höchsten Punkt seinerhöchsten Blüthe erreicht. Seine Bewohner waren die großenManufacturisten, Seefahrer und Handelsleute der alten Welt.Ihre selbst erzeugten Luxus-Waaren aller Art wurden durchihre Schiffe in alle Theile der bekannten Erde verführt, undbrachten ihnen die edlen Metalle und andern Erzeugnisse derverschiedenen Nationen, mit denen sie handelten, zurück.
Ihr? Kvlonieen in Spanien, Afrika und auf den Inselndes mittelländischen Meeres erwarben ihnen große Quanti-täten Silber, einiges Gold und eine bedeutende Anzahl Skla-ven. Aus dem Handelsverkehr mit Aegypten, Arabien undIndien zogen sie viel Geld nebst Edelsteinen, Spezereien,Weihrauch, Elfenbein und viele andere werthvolle Artikel.