bezeichnete Summe würde für die Silberladungcn allein dieAnzahl von IM,000 Pferden jährlich erfordert haben. Vielein den Provinzen cirkulirende Silbermünze war sehr ver-schlechtert und die in einigen Provinzial-Münzstätten ausge-prägte Silbermünze enthielt nicht so viel Silber als geringe-res Metall. Dieser Umstand mußte das Gewicht der einzu-liefernden Summen vergrößern und würde daher eine nochgrößere Anzahl Pferde erfordert haben. Die Entfernungenmehrerer Provinzen, z. B. Lusitanien und Asturien einerseitsund Medien andererseits waren so groß, daß die Transport-pferde wenigstens IM Tage zur Reise gebraucht haben wür-den, um nach Rom zu gelangen. So würde selbst aus näherenProvinzen, wie Thracien oder Jllyrien keine Sendung unter30 Tagen angelangt seyn. Wenn man daher nur eine mitt-lere Entfernung von 40 Transporttagen annehmen will, sowürde in der That die Zahl der für diese Arbeit erforderlichenPferde jene der ganzen Reiterei des Reiches bei weitem über-stiegen haben.
Wir vermögen daher mit Gewißheit anzunehmen, daß dieTribute aus den Provinzen zum geringsten Theile nach Romgesendet wurden; vielmehr dieselben, so groß sie auch immergewesen seyn mögen, größtenteils von den verschiedenen Pro-vinzialregierungen verwendet wurden; sie gelangten daher un-mittelbar wieder in den Besitz der Privaten und bildetenCapitalien, deren Nutzungen eine neue Quelle für die künfti-gen Abgaben und Tribute bildeten. Im Gegentheil würdeein constantes Entziehen von Capitalien aus den Provinzenihre Productivität zerstört haben, während es bekannt ist, daßbesonders unter den ersten römischen Kaisern viele Provinzenzu einem sehr blühenden Zustande gelangt waren. So hattensich die afrikanischen Länder mit Carthago von ihren erlittenenUnfällen und Zerstörungen so sehr erholt, daß sie beinahewieder zu ihrem früheren Reichthums und Glänze gelangten.Gallien und Spanien befanden sich ohngeachtet der großen infrüheren Zeiten aus diesen Ländern gezogenen Summen biszu dem Ende der römischen Herrschaft über dieselben in blü.hendem Zustande. Diese Umstände scheinen die Schlußfolgezu rechtfertigen, daß unter Augustus und seinen nächsten