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Ueber Production und Consumtion der edlen Metalle / von William Jacob ; Aus dem Englischen übersetzt, mit Benützung handschriftlich mitgetheilter Verbesserungen des Herrn Verfassers und mit eigenen Zusätzen versehen von C.Th. Kleinschrod
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weiblichen Gesinde war in dem Hauptraume des Hauses (inM6(lio LktUum) mit Spinnen und Weben beschäftigt. *) DieseArt Industrie hielt man für so nothwendig, daß bei jedemHochzeitszuge ein Rocken, eine Spindel und Wolle durchWeiber mitgetragen wurde, um der Braut ihre künftige Pflichtum so mehr einzuschärfen. Selbst Augustus soll nur die vonseiner Gattin, Schwester und Tochter und von seinen Nichtenselbst verfertigten Hauskleider getragen haben. Die Kleidungbestand hauptsächlich aus Wolle; Leinwand wurde zwar auchverfertiget, aber Kleider davon (vostis linteu) waren sehrtheuer und wurden daher selten getragen. Die einzigen Zim-mergeräthschaften außer Tischen und Trinkgcsäßen bestandenaus einer Art großer Ruhebetten, welche sowohl zum Sitzenals zum Schlafen dienten.

Mit dieser häuslichen Einfachheit und Frugalität magallerdings die übertriebene Pracht bei öffentlicher Erscheinungder vornehmen Römer in einem auffallenden Eontraste gestan-den haben. Ihre Kutschen, eine Art Tragscssel, waren bis-weilen mit silbernen oder goldenen Füßen versehen, um ihnaufzustellen, wenn die denselben fortbringenden Sklaven derRuhe bedurften. Die von Pferden gezogenen Kutschen, welchemeist bei religiösen Feierlichkeiten gebraucht wurden, warenprachtvoll mit Gold, Silber und Elfenbein verziert. DieGebisse der Pferde bestanden aus edlen Metallen und dieZäume waren gleichfalls aus solchen, sowie mit Edelsteinenverziert. Ihre Tempel, Altäre und öffentlichen Versamm-lungsorte waren reich geschmückt, allein nur sehr wenige An-zeigen finden sich und diese auf eine geringe Anzahl Personenbeschränkt, von großem Besitze kostbarer Geräthschaftcn undVerzierungen in den Händen von Privatpersonen. Ueberdießwaren auch die allgemeinen geselligen Einrichtungen der Rö-mer den Anhäufungen edler Metalle bei einzelnen Familiennicht günstig. Keine jener Stufen in Rang und Bcsitzthuwbestand in Rom, wie selbe in unsern Zeiten in allen europäi-schen Staaten, besonders aber in England vorhanden sind.

") Ll'vius B. 1. C. 57.