von einem römischen Patrizier dem Torismund, einem ihrerfrüheren Könige geschenkt worden. Diese berühmte Kostbar-keit wurde in Spanien von den Arabern, welche die gothischeHerrschaft in jenem Lande zerstörten, aufgefunden und mitandern noch werthvollern Schätzen wahrscheinlich in geprägteMünze umgewandelt.*)
Einen großen Einfluß, wenn auch nicht hinsichtlich derQuantität der edlen Metalle, doch in Ansehung der Lokal-veränderungen ihres Umlaufes mußte die Gründung der StadtByzanz, des heutigen Constantinopels und zugleich damaligenCentralpunktes des römischen Reiches behaupten, indem dieConcentrirung des Metall- und übrigen Reichthums der Weltdaselbst natürliche Folge hiervon war. Zugleich lag dieseStadt näher an Aegypten, welches bis zur Zeit der Invasionder Vandalen in die afrikanischen Länder und des vorüber-gehenden Bestehens ihres Königreichs eine der Hauptquellender Reichseinkünfte gewesen war. Dieselbe befand sich fernerin größerer Nähe der reichen und damals sehr bevölkertenasiatischen Provinzen und zugleich mehr geeignet zur Beobach-tung der Perser; der einzigen größeren Macht, welche Con-stantin fürchtete und weit größerer Aufmerksamkeit werth hieltals die Gothen, Vandalen, Alanen und alle jene barbarischenNationen, welche in wenigen Jahrhunderten zu so großerMacht gelangten und die größten Provinzen des römischenStaates unter sich theilten. Obwohl die Gründung Constan-tinopels besonders bewirkt haben mag, die edlen Metalle derWelt nach dem östlichen Europa zu ziehen, wodurch zugleichdie Industrie und productive Kraft Italiens geschwächt wurde,so wurden dagegen Gallien, Spanien und andere Länder deswestlichen Europa's jenem nachtheiligcn Abzüge ihrer edlenMetalle nach Rom, zur Zeit seiner unumschränkten Macht,entrückt.
Uebrigens scheint diese Verlegung des Rcichssitzes, welcheandern Wirkungen sie auch gehabt haben mag, auf die Zu-oder Abnahme der edlen Metalle selbst keinen wesentlichen
') Gibbon C. 31. Vol. 3. x. 337. Ausg. v. 1807.