hatten den Reichthum Galliens erschöpft, indem sie 25 Gold-stücke') jährlichen Tribut für jeden Kopf erhoben. Die mensch-liche Politik seines Nachfolgers reducirte die Kopfsteuer aufsieben Goldstücke. Als ein Mittel zwischen äußerstem Druckund vorübergehender Milde läßt sich daher die Taxe in Gal-lien auf beiläufig 16 Goldstücke oder 8 Pf. St. unserer Wäh-rung für den Kopf angeben." '
Wiewohl diese Abgaben nach der Einwohnerzahl auferlegtwaren, so scheint es doch» daß nur die Familien-Häupterselbe zu zahlen hatten und die Sklaven oder Lehenspächternicht darunter begriffen waren, welche Classen indeß, da dieLändereien hauptsächlich von diesen bebaut wurden, die beiweitem größere Majorität bilden mußten. Gibbon berechnetConstantins Erpressungen aus der Provinz Gallien auf 7Millionen Pf. St. jährlich, welche unter Julians weiser undmenschlicher Regierung auf 2 Mill. herabgesetzt wurden. Der-selbe sagt über diese Tribute ferner: „Wie hoch sich auchimmer die Taxen in den verschiedenen römischen Provinzenbelaufen, und ob sie höher oder niedriger als in Gallien ge-standen haben mögen, so ist soviel gewiß, daß selbe in dieLänge eine offenbare und stets zunehmende Noth in allenTheilen der römischen Herrschaft hervorriefen. Der Ackerbauder römischen Provinzen ging unmerklich seinem Untergängeentgegen und im Verlaufe despotischer Regierungen, welchestets ihre eigenen Zwecke untergraben, waren die Kaiser ge-nöthigt, sich selbst in der Niederschlagung von rückständigenForderungen des Staats, oder Erlaß der Auflagen ein schein-bares Verdienst anzueignen, indem ihre Unterthanen schlechter-
*) Unter diesen Goldstücken wird hier der Aureus verstanden, welcher nachGraves, von Gibbon bestätigter Berechnung dem 5. Theile eines PfundesSilber im Werthe gleichkam. Das Pfund Gold ursprünglich zu40 Stücken ausgeprägt, war zu den Zeiten Constantins und seinerNachfolger in 72 Stücke getheilt. Das römische Pfund Gold ent-hielt 5256 Gran, das englische enthält 5760 Gran. Wenn dasrömische Pfund Gold zu 40 Pf. St. engl. Währung geschätzt wer-den kann, so läßt sich der Aureus auf etwas über II Schill. an-nehmen. Gibbon. C. XXVll x. 89.