edlen Metalle in irgend einer gegebenen Epoche ein gewissesAnhalten zu gewinnen, gehen wir von der beiläufigen Schä-tzung einer solchen Eirculations-Summe aus und berechnen'den Reibungsverlust derselben, indem wir solchergestalt dieDifferenz zwischen der Masse geprägter Münze zur Zeit desAugustus, als der Epoche der höchsten Blüthe der römischenHerrschaft, und zur Zeit der Auflösung des westlichen Reiches,in welcher unmittelbar vor- und nachher der tiefste Verfalljener Länder sich kund gab, darzustellen versuchen.
Die stufenweise Gewichtsverminderung der Hauptgold-münze, nämlich des Aureus ist historisch nachgewiesen. ZuAugustus Zeit betrug dieselbe, wie schon bemerkt worden, den40. Theil eines Pfundes Gold, und war svhin mit 20 Sch.unserer gegenwärtigen Währung gleichwerthend. Unter Nero,etwa 70 — 80 Jahre später, betrug selbe nur den Theileines Pfundes, folglich 17 Sch. 10 P. unserer Währung;endlich unter Constantins Regierung, 270 — 80 Jahre spater,hatte sie sich bis auf den 72. Theil eines Pfundes, also biszu dem Werthe von nur 11 — 12 Sch. vermindert. Es isthierbei zweifelhaft, ob diese Abnahme in einer Verminderungdes ganzen Gewichts der Münze (Schrot) oder des Feinge-haltes derselben (Korn) zu suchen sey, wiewohl das Letzterewahrscheinlicher ist.
Nach Suetonius bezeichnete Vespasian bei seiner Thron-besteigung die Summe von 322,916,600 Pf. St. unsererWährung als erforderlich für die Deckung der Staatsbedürf-nisse.*) Diese Angabe konnte sich weder auf die jährlichenEinkünfte, noch auf den öffentlichen Schatz beziehen; dennzu keiner Zeit vermochten die Erträgnisse der Provinzen desReiches eine so große Summe zu liefern. Dagegen läßt sichnicht ohne Grund annehmen, daß unter der genannten Summedie ganze zu jener Epoche vorhandene, oder als umlaufendim Reiche vorausgesetzte Masse geprägter Münze verstandenworden sey.
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