edlen Metallmasse waren die wenigen Artikel, welche vonder großen Volksmenge gewöhnlich gekauft wurden, in denPreisen so ungcmcin herabgesunken, daß kein Gold und selbstkein Silberstück klein genug erschien, um die Einkäufe dertäglichen Arbciterbcdürfnisse zu ermitteln. Wenn ein LaibBrod, zureichend für die Nahrung eines Mannes aus eineWoche, nur einen Farthing kostete, so konnte bei solchemKaufe kein Silbergeld gebraucht werden, geschweige dann,wenn nur von dem Einkaufe des Bedürfnisses für einenTag die Rede war.
Die Currentmünzen konnten daher nur aus geringern Me-tallen als Kupfer, Zinn oder Eisen bestehen; ein Verlust anedlen Metallen auf die Weise, wie er heutigen Tages vor.kömmt, fand daher nur in sehr geringem Grade Statt.
Nur in den größern Operationen des Handels und vor-züglich in jenem Zweige desselben, welcher auf die Lieferungder Kriegsbedürfnisse abzielte, trat das Bedürfniß von Goldund Silber ein. Die Bestrebungen und Neigungen jenerZeitalter waren übrigens dem Handel ungünstig. Jeder freieMann fand es unter seiner Würde, sich mit Handelsgeschäftenoder überhaupt mit irgend einer andern Beschäftigung, alsmit den Waffen zu befassen. Daher siel dazumal der euro-päische Handel meist in die Hände der Juden, welche biswei-len von den Monarchen und Edlen geschmeichelt wurden undin Wirklichkeit die Hauptdepositeure der Gold- und Silber-schätze waren.
Obwohl im 9ten und lOten Jahrhundert die Namen Mag-deburg, Erfurt, Regensburg und einige andere als Handels-städte vorkommen, so hat man doch Ursache anzunehmen, daßdie Hauptgeschäfte von Juden geführt wurden. Nach ihrerConvenienz waren die Messen und Märkte an solchen Plätzeneingerichtet. Ein Schriftsteller des 9ten Jahrhunderts*), wel-cher dieß bestätigt, beklagt sich über die Juden, daß „ihrReichthum und Stolz unter der schwachen Regierung Ludwigs I.von Frankreich den höchsten Grad erreicht habe. Alles was sie nur
') ^gobsrilu» , äs insolentis. suil-rsonim. p. 144.