Buch 
Ueber Production und Consumtion der edlen Metalle / von William Jacob ; Aus dem Englischen übersetzt, mit Benützung handschriftlich mitgetheilter Verbesserungen des Herrn Verfassers und mit eigenen Zusätzen versehen von C.Th. Kleinschrod
Entstehung
Seite
209
JPEG-Download
 

209

insbesondere in Constantinopel als dem Sitze des Ueberrestesder römischen Weltherrschaft, bis zu dessen Eroberung durchdie Türken ein größeres Capital an edlen Metallen ange-häuft war.

In Frankreich scheint der Geldmangel mit jenem in Eng-land gleichen Schritt gehalten zu haben. Wir finden, daßKarl der Kühne in der letzten Hälfte des Oten Jahrhundertszu einem Feldzuge nach Italien nicht vermochte, aller undzum Theile gewaltsamer Mittel ungeachtet, mehr als 10,000Mark, oder beiläufig 72,000 Unzen Silber aufzubringen,was gegen 18,000 Pf. St. heutiger Wahrung beträgt.*)

Wenn die Kornpreise als Maaßstab der Seltenheit desGeldes gelten können, so laßt sich alten Nachrichten über daSElsaß und Sachsen gemäß schließen, daß in diesen Ländernder Geldmangel herrschte. Im Elsaß war am Ende des 10.Jahrhunderts der Pfennig die Currentmünze für gewöhnlicheEinkäufe. Er bestand aus Kupfer und 60 derselben wogeneine Mark oder 120 ein Pfund ^voirllupoi« - Gewicht. DerPreis eines Scheffels Weizen zu 60 Pfunden war 7 solchePfennige**) oder weniger als ein Farthing, wenn das Kupferdazumal nicht in höherem Werthverhältnisse zum Silber stand.Beiläufig 250 Jahre später kostete das nämliche Maaß Wei-zen in jenem Lande 24 Pfennige, oder beiläufig 3 PenceFarthing. ***)

Aus den in der Cathedrale zu Straßburg noch aufbewahr-ten Rechnungen ist ersichtlich, daß die Maurer bei dem Bauedieser Kirche 1H bis 2 solcher Pfennige Löhnung erhielten.

Bei dem Baue der Elbbrücke zu Dresden im 13. Jahr-hundert wurden die Arbeiter mit 2 Pfennigen Taglohn be-zahlt und nach einigen aufgefundenen Bruchstücken alter Berg-werksrechnungen erhielten die Bergarbeiter gleichfalls nichtmehr als 2 Pfennige.

*) Louliuovillisi'ü tl4.

**) k'Iorencourt über die Bergwerke der Alten. >>, 57,***) ännnle» Oolinni'wnses >289 0»I. 21,

H) 1Iorene»urt p. 58.

I.

14