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Ueber Production und Consumtion der edlen Metalle / von William Jacob ; Aus dem Englischen übersetzt, mit Benützung handschriftlich mitgetheilter Verbesserungen des Herrn Verfassers und mit eigenen Zusätzen versehen von C.Th. Kleinschrod
Entstehung
Seite
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Unter solchen Verhältnissen und Einflüssen des auswärtigenHandels entstanden und blühten Manufacturen in allen Ge-genden der Halbinsel. Mailand lieferte die besten und kost-barsten Waffen und Rüstungen; Venedig die elegantestenSilber- und Juwelierer- und andere Luxus-Arbeiten; Genuaund Bologna die reichsten Seidenwaaren, Atlas, Sammtund Stickereien. Viele ursprünglich italienische Erfindungenin jener Epoche trugen dazu bei, den Ruf und Reichthumdes^Landes zu vermehren. Spins, ein Dominikaner-Mönchzu Pisa, erfand eine Art Gläser zum Lesen, welche den heu-tigen Brillen ähnlich waren; in der Stadt Faenza wurdeeine Gattung Steingut oder Porzellain verfertigt. In Ve-nedig hatte die Glasfabrikation schon eine gewisse Ausdehnungerreicht und Spiegelfabriken wurden von demselben Staateeingeführt, von welchem auch die Pendel- und Taschenuhrenausgegangen waren. Die Erfindung des Lumpenpapierswurde zuerst in Padua betrieben, so eben daselbst auch derGebrauch von Talglichtern und Kerzen anstatt der früherausschließend gebrauchten Lampen. Dieser blühende Zustandder Schifffahrt und des innern und äußern Handels rief zu-nächst das Gewerbe des Geldhandels hervor, welches manspäter mit dem Namen des Banquier-Geschäftes belegte.Die italienischen Banquiers gründeten unter dem NamenLombarden, nach der Gegend, wo dies Geschäft zuerst erfun-den worden oder vielmehr wieder auflebte, Etablissements inden Handelsstädten aller übrigen Länder, und da dieses Ge-werbe als Kanal alles Verkehrs mit edlen Metallen undihren Stellvertretern, den Wechselbriefen großen Gewinnbrachte und durch die scheinbar geringen Gebühren für Cour-tage, Commission und Wechsel ungemeine Reichthümer indieser Classe sich häuften, so wurddn die mächtigsten Monar-chen jener Zeit in ihren Geldbedürfnissen von den Lombar-den abhängig.

Allen diesen Umständen gemäß sind wir daher zu derSchlußfolge berechtigt, daß, weil nothwendiger Weise diegrößere Masse der edlen Metalle in dem Lande verweilenmußte, wo die reichsten Waarenvorräthe befindlich waren,Italien in jener Zeit den größten Geldreichthum besessen habe.