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tiefer standen, als jene oben angefülleten von Frankreich undEngland*) rechtfertigen die Schlußfolge, daß der in Deutsch-land dazumal verbliebene Stock an edlen Metallen sehr wahr-scheinlich weit geringer als in den beiden erstem Landern undselbst in Spanien gewesen sey.
Indeß bietet die Geschichte ein Beispiel von Glanz undReichthum und nachgefvlgter Standeserhöhung eines Hauses,der Fugger, welches allerdings unsere Vorstellung von demHandelsverkehr dieses Landes höher zu spannen geeignet ist.
Als Charakterschilderung der Zeit mögen einige Worteüber diese Familie hier eine Stelle finden, da dieselbe nichtnur auf den Welthandel in der Periode ihres Aufblühensbedeutenden Einfluß übte, sondern ganz besonders auch ausdie Operation des Bergbaues in verschiedenen Landern. Die-selbe, gegenwärtig in ihrer Hauptlinie in den Fürstenstanderhoben, führt ihren Ursprung bis zum Jahre 1370 zurück,als ihr Stammvater, Besitzer einer kleinen Leinenmanufactur,in einem Dorfe bei Augsburg seinen Handel auszubreitenbegann und bei seinem Tode im Jahre 1-109 das für einenGewerbsmann damaliger Zeit sehr bedeutende Capital von3000 Goldgulden**) hinterließ. Seinen Nachkommen gelanges durch Talent, Betriebsamkeit und Sparsamkeit innerhalbweniger Generationen Banquier- und Handelshäuser undBergbau - Unternehmungen beinahe in allen Ländern deseuropäischen Continents zu gründen. Sie leisteten besondersdem Hause Oestreich die wesentlichsten Dienste; KaiserMaximilian zog große Summen von diesem Hause und ver-pfändete demselben die Herrschaften Kirchberg und Wcifsenhornfür 30,000 Goldgulden. Im Jahre 1509 vermochte diesesHaus dem Kaiser auf zwei Monate vorher erhaltene Notiz170,000 Dukaten zu seiner Rüstung gegen die Venetianerbaar zu liefern, wofür Papst Julius H. und die Könige vonFrankreich und Spanien sich verbürgten. Während des Reichs-tags zu Augsburg im I. 1530 bewohnte Kaiser Carl V. das
*) 1. Band im 12. Capitel.
**> Ein Goldgulden kann in damaliger Zeit auf Schilling heutigerWährung geschätzt werden.