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konnte. Die Ein. und Ausfuhr von und nach fremden Lan-dern war im Vergleiche späterer Zeiten gering und die Wech-selgeschäfte der Lombarden trugen besonders dazu bei, dieNachfrage nach Metallgeld zu vermindern. Noch hatten ihreOperationen nicht die ungemeine Ausdehnung und Entwicklungunserer Tage gewonnen; ihr Hauptbestreben ging dahin, dieZahlungen zu centralisiren und aus wenige Hauptplätze ingroßen Handelsstädten zusammen zu bringen, wo an Börsen oderBanken die Wechsel eines Landes durch Verkauf und Jndossirunggegen solche anderer Gegenden umgesetzt werden konnten.
Die Hauptplätze Europas für solche Geschäfte warenAntwerpen im Norden und Genua im Süden. Ein hollän-disches Haus konnte seine gesalzenen Fische einem italienischenverkaufen und für den Betrag Wechsel auf Antwerpen bezie-hen. Ein Londoner konnte für den Verkauf von Wolle nachFlandern auf dem nämlichen Platz Wechsel empfangen, welchegegen die Wechsel des holländischen Hauses ausgetauscht undmit diesen Zahlungen in Italien für indische oder andereWaaren geleistet worden, welche das Londoner Haus dorteingekauft hatte. Es bedarf kaum der Erwähnung, daßdurch solche Operationen der Bedarf an baarem Gelde sichweit geringer darstellte, als wenn alle diese einzelnen Zahlun-gen mit Münze hätten bewirkt werden müssen; für Jeder-mann, wer mit dem Wcchselgeschäfte einigermaßen bekanntist, erscheint diese Bemerkung überflüssig; wir glaubten jedochdieselbe nicht ganz umgehen zu sollen, theils weil die Kennt-niß des Wechselverkehrs noch nicht allgemein verbreitet ist,theils um darzuthun, in welcher Weise mit sehr geringenBaarsummcn große Handelsgeschäfte abzumachen sind undwie trügerisch die so oft bei Discussionen über Handelspolitikzur Sprache gebrachte sogenannte Handelsbalanz erscheint. —Die Handelsbalanz wird stets für dasjenige Land günstigstehen, welches den größten Werth an eigner Production mitden geringsten Arbeitskosten hervorzubringen vermag.*) Einsolches Land wird sich sowohl im Besitze der größer» Masse
*) Nach Andersen« Angabe aus officieller Quelle wird die HandelS-balanz England« im I. 1354 auf 255,211 Pf. St. oder beiläufig