waren und ein Goldschmidt zu dessen Auswägung benanntwurde, ohne Unterscheidung der einzelnen Stücke oder Geräthe.
An die nämliche geschichtliche Epoche, welche wir gegen-wartig betrachten, knüpft sich eine Reihe wichtiger Ereignissefür den Welthandel, welche auf die Verhältnisse der edlenMetalle den größten Einfluß üben mußten. Die Fahrt nachOstindien um das Cap der guten Hoffnung, von den Por-tugiesen entdeckt, begann von mehreren europäischen Stationeneingeschlagen zu werden. Da man im asiatischen Handel dasSilber als bequemstes und vortheilhaftestes Austauschmittelerkannte, so spielte dasselbe bald beim Verkehr Europa's mitjenen Ländern des Ostens eine große Rolle, was zwar nichtauf das Quantum der allgemeinen Produktion selbst, wohlaber auf theilweise Transferirungen derselben influirte. Hin-sichtlich dieser Ortsveränderungen aber ist es mehr als wahr-scheinlich, daß ein großer Theil jenes Silbers, welcher nachdem Osten ging, dem Geldumläufe entzogen und zu Pracht-und Luxusgegenständen verwendet wurde.
Alle aus der ältern Geschichte Indiens geschöpfte Nach-richten berechtigen zu der Annahme, daß am Hofe des Groß-moguls und bei den zahlreichen Feudalherrschern jener Länderder Luxus in Gold- und Silbergeräthen und Verzierungenweit höher getrieben wurde, als dazumal in Europa undselbst höher als auch zu unserer Zeit sowohl in Asien alsEuropa gesunden wird. Inzwischen bestand sowohl in Indienals in dem großen chinesischen Reiche zu allen Zeiten nur einegeringe Werthsdifferenz zwischen Münze und Geräthschaftenaus Gold und Silber; nur nach dem Gewichte gingen dieedlen Metalle von einer Hand in die andere, nachdem mansich zuvor ihres Feingehaltes versichert hatte, in dessen Pro-birung stets große Geschicklichkeit bestand.
Im östlichen Asien erlangten die Türken mehr geregelteZustände im Innern als in den vorhergehenden Jahrhunder-ten. Ihre Regierung, welche sich allmählig von den Stö-rungen und Plackereien der Kreuzzüge erholt hatte, beganneine größere Kraft zu entwickeln und gestattete nun auch ihrerBevölkerung mehr Muße zur Verfolgung gewinnreicher Unter-