nehmungen. Dieselbe bezog durch ihre Ausfuhr jährlicheZuflüsse von Gold und Silber, wovon ein Theil.an denSultan und seine Großbeamten überging und zur Ausschmü-ckung ihrer Paläste oder zu häuslichen Geräthschaften ver-wendet wurde. Wahrscheinlich ist es, daß eine im Verhält-nisse der ganzen in der Türkei umlaufenden Masse ziemlichgroße Quantität edler Metalle bei dem mißtrauischen Charak-ter der Regierung und der compendiösen Beschaffenheit desMetalls nicht in der Form von Münzen gelassen, sondernin jene von Geräthschaften umgewandelt wurde. —
Daß ein Theil der amerikanischen Bergwerkausbeuten imVerlaufe des 16. Jahrhunderts direct von jenem Welttheilenach Asien überging, ist nirgends nachgewiesen. Alles, wasAsien an edlen Metallen außer der Production seiner eignenMinen empfing, erhielt dasselbe blos durch den europäischenHandel und es ist hinreichend bekannt, daß die Summen,welche von Europa aus entweder um das Cap der gutenHoffnung nach Indien und China, oder durch die Levantenach der Türkei, Persien oder Arabien gingen, nur einensehr kleinen Theil der aus den amerikanischen Bergwerken er-langten Zuflüsse betrugen.
Wenn wir uns bei dem Mangel irgend bestimmter That-sachen eine wenn gleich nur höchst unsichere Schätzung derSummen, welche innerhalb der ersten 112 Jahre seit der Ent-deckung von Amerika und bis zum Schlüsse des 16. Jahr-hunderts aus Europa nach Asien geflossen sind, erlaubendürfen, so sind wir geneigt, dieselbe auf einen Zehenttheilder Gesammtproduction, oder beiläufig 14 Millionen anzu-geben; ferner läßt sich annehmen, daß ein Fünsttheil derganzen Gold- und Silbermasse seiner Bestimmung als Münzeentzogen und in Geschirre und andere Luxusartikel umgewan-delt worden. Beide Abflüsse zusammen würden daher auf ohnge.fähr 28 Millionen sich belaufen. Unter diesen obschon wiebemerkt sehr ungewissen Voraussetzungen unterläge demnachder in der letzten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Europa vor-handene Stock an umlaufendem Numerär folgender Be-rechnung :