Buch 
Ueber Production und Consumtion der edlen Metalle / von William Jacob ; Aus dem Englischen übersetzt, mit Benützung handschriftlich mitgetheilter Verbesserungen des Herrn Verfassers und mit eigenen Zusätzen versehen von C.Th. Kleinschrod
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65
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Werthsabnahme der Münze zu decken gesucht haben; dennes konnte nicht fehlen, daß nach Verlauf eines gewissenZeitraumes das Princip des fortwährenden Steigcns allerUtensilien, oder, was dasselbe ist, der steten Werthsvermin-derung der Münze allgemein erkannt wurde und man daheralle Operationen darauf hin einrichtete. So predigte Bi-schof Latimer schon 1548, daß ein Schwein noch ein Pf. St.kosten werde, was zur Zeit als die „ kloocoipts " geschriebenworden, 1581 bereits eingetroffen war.

Diese Berechnung der Operationen nach Analogie ist immenschlichen Leben überhaupt am einflußreichsten und allge-meinsten; auf ihr beruht die regelmäßige Fruchtfolge beimAckerbaue; der Landbebauer Pflügt und säet nach den Er-fahrungen, welche die vorhergehenden Ernten ihm gelehrthaben. Ein ähnliches Verhältniß findet Statt bei allen in-dustriellen Unternehmungen überhaupt. — Dem Weber konntedie Wahrnehmung nicht entgehen, daß die Geldpreise desTuches stets etwas gestiegen waren, woraus er daher fol-gerte, daß dieß auch fernerhin der Fall seyn werde; er ver-doppelte daher, aufgemuntert durch diese Erfahrung, seineAnstrengungen, um mehr Tuch zu Markt zu bringen. Das-selbe gilt für die Producenten anderer Artikel, ein allgemei-ner Impuls mußte die productiven Kräfte in Bewegung setzenund so lange andauern, als die Vermehrung der edlen Me-talle ihren relativen Werth zu der übrigen Gütermasse herab-zusetzen fortfuhr. Kein anderer Weg läßt sich denken, inwelchem das Anwachsen der edlen Metalle eine wohlthätigeWirkung auf die ganze Gesellschaft auszuüben vermocht hätte.— Der innere Werth derselben steht nur in sehr unterge-ordnetem Verhältnisse zu der übrigen Gütermasse, welche dieGemeinheit besitzt und ihr äußerer Werth unterliegt, gleichjenem aller übrigen Güter, den allgemeinen Regulierungs-verhältnissen des Angebotes zu der Nachfrage. Es ist selbstwahrscheinlich, daß zu allen Zeiten die Gewinnungskostendieser Metalle ihren wahren Werth überstiegen haben. In derThat, wenn die Leiden der menschlichen Wesen, welche ihreProduction stets und besonders in frühen Zeitaltern verursachte,sich in Geld anschlagen ließen, wenn hiezu die Uebel, welche