Hülfsmittel wurden aufgeboten und, was nur immer zweck-dienlich schien, angewandt. Man suchte die besten Legirungenauszumitteln, welche den Münzen die größte Dauer, ohneSprödigkeit verlieh. Die Form der Münzen wurde dahinabgeändert, um selbe dem geringsten Reibungsverluste auszu-setzen, und andere hier nicht weiter erwähnte Verbesserungenwurden eingeführt, welche unserer gegenwärtigen Untersuchungzu ferne stehen, obwohl sie dem Publikum zum großen Nu-tzen und der Anstalt zur Ehre gereichen.
Es ist den bisherigen Bemerkungen gemäß von selbst klar,daß die heutigen mit so vieler Einsicht und Erfahrung verbesser-ten Münzen keinen richtigen Maaßstab des Reibungsverlustesfür alle Epochen und Länder abzugeben vermögen. Die neuenenglischen Münzen würden in dieser Hinsicht schon im Ver-gleiche mit dem in der frühern Regierungsepoche Georg !>l.ausgeprägtem Gelde keinen genauen Maaßstab gewähren; umso viel weniger daher mit den Münzen anderer Länder in äl-terer und neuerer Zeit. Noch weniger angemessen schien es,hiernach auf den Reibungsverlust der Münzen des hohen Al-terthums zuschließen, als jener von Egypten, Babylon, Per-sepolis, oder der darauf folgenden Zeitalter der Griechen undRömer.
Sowohl durch chemische Analysen alter Münzen als ausPlinius Schriften*) ist es bekannt, daß man sich im Alter-thume verschiedener Arten von Legirungen bei Goldmünzenbediente. Silber stand jedoch zu hoch im Werthe für solcheAnwendung und auch das Kupfer war weit theuerer als in»eurer Zeit. Man bediente sich daher hierzu des Eisens oderZinnes, indem auch die Farbe der Goldmünzen hierdurch kaum.merkbar verändert wurde und die Probirkunst noch auf einerzu tiefen Stufe stand, um die Beimischung so kleiner Metall-mengen leicht zu entdecken.
*) Schon zur Zeit des LiviuS Drusus wurde die römische Eilbermünzcmit einem Ächttheile Erz und Zinn legirt, wie Plinius im 33. B.!Il. Capitel angibt, und im S. Capitel des nämlichen Buches er-wähnt er ferner, daß Antonius als Lriiimvi'r den Silberdenier mitEisen versetzen ließ.